Übergabe der Königswürde

Wie die Queen für Sohn Charles den Weg bereitete

Im Rückblick scheint es, als ob Queen Elizabeth alles vorbereitet hat für die Übergabe der Krone an ihren Sohn Charles.

Im Rückblick scheint es, als ob Queen Elizabeth alles vorbereitet hat für die Übergabe der Krone an ihren Sohn Charles.

London. Im Rückblick scheint es, als ob Queen Elizabeth alles vorbereitet hat für die Übergabe der Krone an ihren Sohn Charles: In den vergangenen beiden Jahren verwendete sie viel Energie darauf, Unerledigtes aus dem Weg zu räumen, damit „die Firma“ nach ihrem Tod weiter funktionieren würde.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Übergabe der Königswürde wurde schleichend eingeleitet, als die Königin ihrem Sohn und langjährigen Thronfolger zuletzt mehr und mehr öffentliche Auftritte und Aufgaben übertrug. Dann, in diesem Jahr, ging es Schlag auf Schlag. Zum 70. Thronjubiläum äußerte sie zunächst den Wunsch, dass Schwiegertochter Camilla nach ihrem Tod als Queen Consort dem König zur Seite stehen solle. Dann stand Charles, der damals noch künftige König, im Mittelpunkt der mehrtägigen Jubiläumsfeierlichkeiten.

+++ Alle weiteren Entwicklungen im Liveblog +++

„Elizabeth II. bereitete den Boden für die Nachfolge“, erklärt der Historiker Ed Owens. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir immer mehr von Charles gesehen, der seine Mutter bei einer Reihe von Schlüssel­situationen bei wichtigen öffentlichen Ereignissen vertrat.“ Und das sei offenbar bewusst von der Queen so gesteuert worden, um ihren Sohn ganz natürlich und langsam ins Rampenlicht rücken zu lassen. „Um dies so weit wie möglich als nahtlosen Übergang erscheinen zu lassen“, ergänzt er.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Charles’ öffentliche Rolle erweiterte sich immer mehr, als die Königin zunehmend von Lang­strecken­flügen Abstand nahm. Damit übernahm der damalige Prince of Wales ihren Platz etwa beim Commonwealth-Treffen 2013 in Sri Lanka. Mit ihrer Thronbesteigung war Elizabeth II. auch Oberhaupt des Commonwealth geworden, dem Staatenbund von 54 ehemaligen Kolonien und anderen Ländern mit engen Bindungen zu Großbritannien – 2018 äußerte sie den Wunsch, dass Charles ihr Nachfolger werden solle. Die Staats- und Regierungs­spitzen des Commonwealth stimmten zu.

Öffentliche Meinung über Camilla hat sich geändert

Schon im Jahr zuvor vertrat der Thronfolger die Queen beim jährlichen Gedenken an die Kriegstoten im November und legte einen Kranz am Kriegerdenkmal in London nieder. Es war das erste Mal, dass die Königin nicht an dem Gedenken in der britischen Hauptstadt teilnahm, mit Ausnahme der Fälle, in denen sie außer Landes war oder in der Schwangerschaft ausfiel.

Ihre Königin weiter am Rand erlebten die Briten spätestens mit der Corona-Pandemie und dem Tod von Prinz Philip nach mehr als 73 Ehejahren. Wegen der Pandemie verbrachte die Königin viel Zeit außerhalb Londons in Windsor, und das Bild der Queen vom April vergangenen Jahres, die alleine trauernd um ihren Mann in der Kirchenbank sitzt, prägte sich der Nation tief ein.

Tausende Trauernde: 24 Stunden Wartezeit für Abschied der Queen

Der Andrang zum Abschied am Sarg von Queen Elizabeth II. reißt nicht ab. Tausende Trauernde harrten entlang der Themse in London über mehrere Kilometer aus.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Am Jahrestag ihrer Thronbesteigung im Februar dieses Jahres dann setzte Elizabeth einen Schlusspunkt hinter die Debatte um den Status von Charles’ zweiter Frau Camilla. Deren Bild im öffentlichen Ansehen war zumindest anfangs getrübt, weil die langjährige Beziehung zu Charles von vielen für das Scheitern der Ehe mit Prinzessin Diana mitverantwortlich gemacht wurde. Als der Thronfolger 2005, acht Jahre nach Dianas Unfalltod in Paris, Camilla heiratete, ließ er verlauten, dass er seine zweite Frau einst zur Königin machen wolle. Die Anhängerschaft Dianas empfand dies als Affront gegen die verstorbene Prinzessin.

Doch die öffentliche Meinung über Camilla, inzwischen 75, hat sich geändert. Sie hat Aufgaben in mehr als 100 Hilfs- und Wohl­tätigkeits­organisationen übernommen und so ihr Engagement für die Gesellschaft gezeigt. Mit ihrem bodenständigen Stil und ihrem Sinn für Humor ließ sie zudem auch Charles lockerer und zugänglicher erscheinen.

Als die Queen sich in der Angelegenheit im Februar klar für Camilla als Queen Consort aussprach, ließ sie indirekt durchklingen, dass das Ende ihrer Regentschaft ins Auge gefasst werden müsse: „Wenn mein Sohn Charles zu gegebener Zeit König wird, dann weiß ich, dass Sie ihn und seine Frau Camilla genauso unterstützen werden, wie Sie mich unterstützt haben“, wandte sie sich an ihre Untertanen.

Trauernde begrüßen König Charles III. mit „God Save the King“

Im Mai übertrug Elizabeth II. eine ihrer wichtigsten öffentlichen Auftritte an den Sohn: Sie bat ihn, die Thronrede bei der Eröffnung des Parlaments zu halten, mit der die Regierung ihre politischen Zielsetzungen für das kommende Jahr vorstellt. Und im Juni, bei den großen Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum, war es Charles, der für die Mutter in die Öffentlichkeit trat. Sie selbst konnte wegen „Mobilitäts­einschränkungen“ nur bedingt an den Feiern teilnehmen, wie der Palast erklärte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Jetzt, nach dem Tod der Queen, steht der Sohn als König Charles III. offiziell in der ersten Reihe. Trauernde vor dem Buckingham-Palast, von denen der neue Monarch zugewandt Beileids­bekundungen entgegennahm, begrüßten Charles herzlich und ließen im Chor „God Save the King“ erklingen.

RND/AP

Mehr aus Panorama

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken