“Zwölf Stämme“ haben Sitz nach Tschechien verlegt

Eine Lehrerin der umstrittenen Glaubensgemeinschaft musste sich wegen Züchtigung ihrer Schüler bereits vor Gericht verantworten.

Eine Lehrerin der umstrittenen Glaubensgemeinschaft musste sich wegen Züchtigung ihrer Schüler bereits vor Gericht verantworten.

Donauwörth/Hamburg. Im September 2013 hatten Familiengerichte in Ansbach und Nördlingen den Eltern der „Zwölf Stämme“ wegen Kindesmisshandlung das Sorgerecht für etwa 30 Kinder entzogen und die Mädchen und Jungen von der Polizei aus Wörnitz und Klosterzimmern abholen lassen. Nach wie vor sind noch sieben dieser Kinder in der Obhut der Jugendämter.

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Laut „Spiegel“ hat die Glaubensgemeinschaft nach Angaben von Mitgliedern ihren Sitz verlegt, da die „Zwölf Stämme“ in Tschechien ihren Glauben ungehindert ausleben könnten. Der Leiter des Jugendamtes im Landkreis Donau-Ries, Alfred Kanth, sagte dem Nachrichtenmagazin, man habe die tschechischen Behörden verständigt, aber die müssten erst einmal Beweise für Körperverletzung finden. In Tschechien ist die körperliche Züchtigung von Kindern nicht gänzlich verboten. Doch selbst wenn man Beweise finde, sei es schwer, gegen die Sekte vorzugehen: „Selbst wenn die Behörden einschreiten, ziehen die einfach wieder weg.“

Im Juni vergangenen Jahres war erstmals ein Mitglied der "Zwölf Stämme" für Misshandlungen an Kindern zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Eine Lehrerin wurde zu zwei Jahre Haft ohne Bewährung verurteilt, weil die 56-Jährige mindestens vier Schüler und ihre eigene Enkelin über mehrere Jahre hinweg wiederholt mit einer Rute gezüchtigt haben soll. Zuvor hatte das Nördlinger Amtsgericht mehrere Mütter der Sekte zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil sie ihre Kinder geschlagen hatten.

Von RND/epd

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