26 Menschen sterben bei Taliban-Angriff

Taliban-Einheiten nehmen die afghanische Armee ins Visier.

Taliban-Einheiten nehmen die afghanische Armee ins Visier.

Kabul. Die radikalislamischen Taliban haben bei einem Überfall auf eine Armeebasis in der südafghanischen Provinz Kandahar 26 Soldaten getötet. Das bestätigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Daulat Wasiri, am Mittwoch. Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen allerdings von mindestens 40 Toten. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid wiederum ließ per Twitter verlauten, 74 Männer seien getötet worden. Eigene Opferzahlen oder die von Gegnern werden von allen Kriegsparteien in Afghanistan oft verzerrt dargestellt.

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Der Sprecher der Provinzpolizei, Ahmadsia Durrani, sagte, die Armeebasis im Bezirk Khakres sei in der Nacht überfallen worden. Nächtliche Überfälle auf Armee und Polizei häufen sich seit Monaten. Die Taliban wollen so Sicherheitskräfte und Regierung einschüchtern. Kleinere Posten überrennen sie mittlerweile fast wöchentlich. Im April hatten die Taliban aber auch das große Camp Schahin in Masar-i-Scharif im Norden angegriffen und rund 160 Soldaten getötet.

Die afghanischen Sicherheitskräfte sind überfordert und demoralisiert. Nato und USA erwägen deshalb, wieder mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken. In den USA scheint Präsident Donald Trump aber derzeit eine schon sicher geglaubte Truppenerhöhung von mehreren Tausend Mann wieder infrage zu stellen. Aus Sicherheitskreisen in Kabul verlautet, die für Mitte Juli versprochene Entscheidung sei nun wieder Wochen entfernt.

Von RND/dpa

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