Belegschaft sei zu stark belastet

Bahngewerkschaften sprechen sich gegen Fortführung des 9-Euro-Tickets aus

Im Juni startete das 9-Euro-Ticket. Auch für Juli und August wird es wieder ausgegeben. Und dann?

Die Eisenbahngewerkschaft EVG lehnt eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets unter den jetzigen Umständen ab. (Symbolbild)

Berlin. Eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets stößt bei den Bahngewerkschaften auf Widerstand. „Das 9-Euro-Ticket kann so nicht fortgeführt werden“, sagte der Vizevorsitzende der Gewerkschaft EVG, Martin Burkert, am Donnerstag. „Die Belegschaft hat die Belastungsgrenze erreicht und teilweise überschritten.“ Angesichts dieser Überlastung könne das Ticket nicht verlängert werden.

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Klare Mehrheit in Deutschland für günstige Nachfolge des 9-Euro-Tickets

Am größten ist die Zustimmung mit 90 Prozent bei den unter 30-Jährigen.

Es habe sich gezeigt, dass sehr viele Menschen den ÖPNV nutzten, wenn Preis und Angebot stimmten. „Es gibt keine Nachfrage- sondern ein Angebotsproblem! Wir brauchen dringend den Ausbau des gesamten ÖPNV und mehr Personal und Fahrzeuge“, forderte Burkert. „Langfristig wollen wir, dass der ÖPNV kostenlos wird. Vorher muss jedoch zuerst das Angebot und die Kapazitäten flächendeckend ausgebaut werden.“

Ähnlich äußerte sich die Lokführergewerkschaft GDL. Mit dem Ticket, das eigentlich Pendler entlasten solle, habe man zusätzliche Anstürme von Reisenden auf die Bahn gebracht, sagte GDL-Chef Claus Weselsky im RBB-Inforadio. „Das tut dem System nicht gut, weil es sowieso schon auf Verschleiß gefahren wird. Jetzt sind wir zusätzlich noch völlig überlastet.“

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EVG plädiert für 365-Euro-Jahresticket – GDL-Chef fordert „vernünftigen Preis“

Das 365-Euro-Jahresticket wäre eine gute Möglichkeit, dauerhaft mehr Menschen zum Umstieg auf Bahn und Bus zu bewegen, sagte Burkert. Um die Mobilitätswende zu schaffen, brauche man eine parteiübergreifende, langfristige Strategie und stabile Finanzierung. „Langfristig wollen wir, dass der ÖPNV kostenlos wird. Vorher müssen jedoch zuerst das Angebot und die Kapazitäten flächendeckend ausgebaut werden.“ Dagegen sagte Weselsky: „Wir verhökern hier etwas. Wir tun so, als wäre Nahverkehr umsonst.“ Es müsse ein bundesweites Nahverkehrsticket zu einem vernünftigen Preis geben.

Bund und Länder rangeln um ein mögliches Folgeangebot für das 9-Euro-Ticket, das noch bis Ende August läuft. Während Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) die Länder am Zug sieht, pochen diese darauf, dass der Bund wegen nötiger zusätzlicher Fördermilliarden weiter mit in der Verantwortung sei. Wissing verwies zuletzt darauf, dass im Herbst die Ergebnisse einer mit den Ländern eingesetzten Arbeitsgruppe zur generellen Zukunft und Finanzierung des ÖPNV vorliegen sollen.

RND/dpa

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