Parteitag im sächsischen Riesa

AfD-Parteivorsitz: Chrupalla und Weidel bilden neue Doppelspitze

Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende und neue Co-Vorsitzende der AfD, spricht auf dem Bundesparteitag in der Sachsenarena in Riesa neben Tino Chrupalla, wiedergewählter AfD-Bundesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der Partei im Bundestag, zu den Delegierten.

Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende und neue Co-Vorsitzende der AfD, spricht auf dem Bundesparteitag in der Sachsenarena in Riesa neben Tino Chrupalla, wiedergewählter AfD-Bundesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der Partei im Bundestag, zu den Delegierten.

Riesa. An der Spitze der AfD werden in den kommenden zwei Jahren Tino Chrupalla und Alice Weidel als Co-Vorsitzende stehen. Das entschieden die Delegierten am Samstag auf einem Bundesparteitag im sächsischen Riesa.

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Der Parteitag hatte am Freitag die Satzung der AfD dahingehend geändert, dass in Zukunft entweder eine Doppelspitze oder eine Einzelspitze möglich ist. Bislang sah das Regelwerk der Partei zwei oder drei Vorsitzende vor. Am Samstag entschieden die Delegierten, dennoch zunächst bei der Doppelspitze zu bleiben.

AfD wählt neuen Vorstand auf dem AfD-Parteitag

Der Stellvertretende Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, Norbert Kleinwächter, erklärte bereits zum Anfang, dass er gegen Tino Chrupalla kandidieren werde.

Der amtierende Parteichef Tino Chrupalla aus Sachsen, der seit dem Weggang des früheren Co-Chefs Jörg Meuthen die AfD alleine führt, hatte sich zur Wiederwahl gestellt. Herausgefordert wurde er vom Bundestagsabgeordneten Norbert Kleinwächter aus Brandenburg.

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Chrupalla erhielt 287 Stimmen (53,45 Prozent), Kleinwächter 195 Stimmen (36,31 Prozent), 10 Prozent wollten keinen von beiden.

Chrupalla bezeichnet sich als „Bundessprecher der Basis“

„Wir sind die Partei, die den Bürgern auf der Straße eine Stimme gibt“, sagte Chrupalla in seiner Bewerbungsrede. Er übte den erneuten Schulterschluss mit den Corona-Protestierenden des Winters – zusammen habe man „im Bundestag die Impfpflicht verhindert“. Er sei der „Bundessprecher der Basis“, sagte Chrupalla: „wenn ich angegriffen werde, dann nur, weil die Basis zum Schweigen gebracht werden soll“.

Auch Kleinwächter hatte in seiner Bewerbungsrede zur Einheit in der zerstrittenen Partei aufgerufen. Nur dann seien bessere Wahlergebnisse möglich: „Wir vertreten eigentlich die Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land, sie weiß es nur noch nicht.“

Als Co-Vorsitzender hatte sich gegen Weidel der AfD-Europaabgeordnete Nicolaus Fest beworben. Weidel, die mit Chrupalla bereits die Bundestagsfraktion führt, hatte erst am Freitagabend angekündigt, dass sie im Falle einer Doppelspitze für diesen Posten kandidieren werde.

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Weidel wurde mit 67,3 Prozent (360 Stimmen) zur zweiten Vorsitzenden gewählt, Fest erhielt 20,75 Prozent (111 Stimmen). Rund 12 Prozent der Delegierten (64 Stimmen) votierten mit Nein zu beiden Kandidaten.

Weidel: „AfD ist die Partei der Zukunft“

„Die AfD ist die Partei der Zukunft“, rief Weidel in ihrer Bewerbungsrede. Die Probleme in Deutschland würden sich „in einer Geschwindigkeit zuspitzen, da kommt man gar nicht mehr hinterher“. Inflation und Energiekrise würden sich noch massiv verschärfen, raunte Weidel. „Irgendwann wird der Wähler die richtige Konsequenz ziehen und die anderen Parteien abstrafen.“ Die Krisen würden der AfD helfen, „zuerst in ostdeutschen Bundesländern in Regierungsverantwortung zu kommen“.

Fest kritisierte wie alle seine Vorredner vor allem die innere Zerrissenheit der Partei, bekam aber wenig Applaus für seine Rede.

Chrupalla und Weidel führen nun Bundestagsfraktion und Partei in Personalunion. Damit haben sich die Kandidierenden des völkischen Flügels der Partei durchgesetzt. Der Thüringer Rechtsextreme Björn Höcke hatte auf eine eigene Kandidatur verzichtet. Er kündigte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) an, als Leiter einer noch zu schaffenden Kommission zur Strukturreform der Partei antreten zu wollen. Damit sei er kein „Chefideologe“, wolle aber „strukturell“ arbeiten, sagte Höcke. Mit dieser Kommission könnte er seine Rolle als einflussreichster AfD-Vertreter im Hintergrund festigen.

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RND/sic/jps

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