Christian Lindner teilt gegen Trump aus

FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner diskutiert mit Lesern und Gordon Repinski vom RND.

FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner diskutiert mit Lesern und Gordon Repinski vom RND.

Berlin. Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Linder hat sich als Moderator für das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Martin Schulz am kommenden Sonntag angeboten. „Ein spannendes Duell wäre es, wenn nicht Journalisten sondern die künftigen Koalitionspartner die Fragen stellen dürften“, sagte Lindner am Rande der Bundesleserkonferenz des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Ich würde die Kandidaten gern mal fragen: Wo sind die roten Linien? Was geht? Und was geht nicht?“ Er halte es für falsch, dass lediglich die Spitzenkandidaten von Union und SPD die Möglichkeit bekämen, sich zu äußern.

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Lindner warnt vor Anti-Amerikanismus

Mit US-Präsident Donald Trump würde er dagegen nur ungern ein längeres Gespräch führen. „Ich persönlich glaube, dass man bei Trump in den Kategorien von narzisstischen Persönlichkeitsstörungen denken muss.“ Trumps Aufmerksamkeit sei derart reduziert, dass ohnehin nur ein kurzes Vier-Augen-Gespräch möglich wäre. Der FDP-Politiker erklärte, er habe Angst davor, dass die berechtigte Kritik an der Politik Trumps dazu führe, dass der bereits bestehende Anti-Amerikanismus jetzt noch stärker werde.

Der Liberale fordert Moskau zur Mäßigung auf

Lindner bekräftigte seine umstrittene Aussage zu der von Russland besetzten Krim. Auch der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher habe vor zwei Jahren die Krim bereits als „dauerhaftes Provisorium“ bezeichnet.

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Lindner forderte Moskau auf, sich außenpolitisch zu mäßigen. Das russische Militär dürfe nicht mehr aggressiv den Angriff auf benachbarte Staaten wie Polen üben. Russische Langstreckenbomber müssten endlich wieder ihre Transponder einschalten, damit man ihre Flugrouten erkennen kann. „Wenn es keine Kooperation von Seiten Russlands gibt, müssen die Sanktionen sogar noch verschärft werden“, erklärte der FDP-Politiker.

Regierungsämter nicht um jeden Preis

Die Frage, ob er ein Ministeramt in der kommenden Bundesregierung anstrebe, ließ Lindner offen. Für den Fall, Minister zu werden, kündigte er an, die Wahl mit dem Zusatz „So wahr mir Gott helfe“ anzunehmen.

Lindner ging mit der früheren FDP-Parteispitze hart ins Gericht. „Die FDP war während der letzten Regierungsbeteiligung eine zerstrittene Partei. Sie hat sich selbst besiegt. Parteifreunde waren nicht sehr freundlich miteinander.“ Ein großer Fehler sei gewesen, die Koalition mit der Union nicht vorzeitig beendet zu haben. „Im Mai 2010 hat Merkel eine große Steuerreform abgeräumt. Und dazu hat die FDP geschwiegen. Das passiert mir kein zweites Mal. Wäre ich damals Vorsitzender gewesen, hätte ich den Koalitionsvertrag gekündigt und Neuwahlen angestrebt.“

Ein Dieselverbot ist für ihn kein Thema

Lindner bekräftigte seine ablehnende Haltung gegenüber möglichen Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge. „Ich halte von Fahrverboten nichts. Das ist eine Enteignung der Pendler. Das muss um jeden Preis verhindert werden“, sagte er. Er sei nicht sicher, ob die Elektromobilität ökologisch sinnvoller sei. „Ein Großteil des benötigten Stroms stammt aus Braunkohle. Die Batterien sind umweltschädlich. Die einseitige Orientierung auf eine Technologie finde ich falsch.“ Lindner sagte, man brauche „keine Planwirtschaft beim Auto“.

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Hier können Sie die Bundesleserkonferenz mit Christian Lindner anschauen:

Von Jörg Köpke/RND

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