DDR-Opferverband fordert Millionensumme zur Konservierung der Stasi-Akten

Stasiakten in Berlin.

Berlin. Der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, hat den Bund aufgefordert, einen Millionenbetrag zur Konservierung der Stasi-Akten bereitzustellen. Vorausgegangen waren entsprechende Äußerungen des Chefs des Bundesarchivs, Michael Hollmann, unter dessen Obhut sich die Akten jetzt befinden.

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„Wenn die Stasi-Akten aufbewahrt werden sollen, dann muss Geld her“, sagte Dombrowski dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Herr Hollmann hat da unsere volle Unterstützung.“

Hollmann hatte in der vorigen Woche im Kulturausschuss des brandenburgischen Landtages erklärt, um die mehr als 110 Kilometer Stasi-Akten angemessen aufzubewahren, seien erhebliche finanzielle Mittel für Neubauten nötig, voraussichtlich ein höherer zweistelliger Millionenbetrag für die Standorte Berlin, Rostock, Frankfurt an der Oder, Halle an der Saale, Leipzig und Erfurt.

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Die vom Gesetzgeber vorgesehene kostenneutrale Eingliederung der Stasi-Unterlagen sei nicht umsetzbar, so Hollmann. Das Bundesarchiv hat die Verantwortung für die Stasi-Unterlagen am 17. Juni 2021 von der Stasi-Unterlagen-Behörde übernommen.

2021 gab es rund 45.000 Anträge

Die Anträge auf Akteneinsicht sind auch nach Auflösung der Behörde und der Überführung der Akten ins Bundesarchiv zahlreich. Das teilte ein Sprecher des Bundesarchivs dem RND mit. Im Jahr 2021 gab es demnach 30.603 Anträge auf Akteneinsicht von Bürgern. Davon ging mit 15.358 rund die Hälfte der Anträge vor Schließung der Behörde ein und die andere Hälfte danach. Nimmt man die Anträge auf Stasi-Überprüfungen im öffentlichen Dienst, Anträge in Rehabilitationsverfahren sowie Anfragen von Forschung und Medien hinzu, dann betrug die Gesamtzahl rund 45.000.

Dombrowski forderte ebenfalls, Geld für ein Projekt der Fraunhofer-Gesellschaft bereitzustellen, das darauf abzielt, Schnipsel von Stasi-Akten aus Tausenden von Säcken wieder zusammenzusetzen. „Auch das Zusammensetzen der Schnipsel geht nicht ohne Geld“, sagte er. „Das ist keine technologische, sondern eine finanzielle Frage.“ Das Projekt war in den letzten Jahren ins Stocken geraten.

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