Ermittler observierten Terrorverdächtigen

Nach derzeitigem Ermittlungsstand spähte der Terrorverdächtige den Schlossplatz seit August 2017 aus.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand spähte der Terrorverdächtige den Schlossplatz seit August 2017 aus.

Karlsruhe. Dasbar W. wurde schon länger intensiv observiert: Das geplante Attentat auf den Schlossplatz in Karlsruhe konnte nach Angaben aus Sicherheitskreisen verhindert werden, weil der als Gefährder eingestufte Mann unter intensiver Beobachtung stand. Erstmals sei er den Behörden bereits im Jahr 2015 im Zusammenhang mit der islamistischen „Lies!“-Aktion aufgefallen – die Koran-Verteilung in Innenstädten war die größte und aufwendigste Werbeaktion von Salafisten in Deutschland.

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Verdächtiger kundschaftete Schlossplatz aus

Bei den Ermittlungen kam nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter anderem heraus, dass Dasbar W. ab Ende August 2017 die Örtlichkeiten rund um das Karlsruher Schloss auskundschaftete. Der 29-jährige Deutsche, dessen Eltern Iraker sind, hat nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft unter anderem erwogen, mit einem Kraftfahrzeug in die Stände rund um die Eisfläche auf dem Schlossplatz zu fahren. Dafür wollte er einen Pkw, Kleinbus oder Sprinter nutzen.

Er reiste zwei mal in den Irak

Laut Bundesanwaltschaft ist der Mann dringend verdächtig, als Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet zu haben. Zudem wird dem 29-Jährigen vorgeworfen, IS-Propaganda-Videos erstellt zu haben und diese auf Internetplattformen verbreitet zu haben. In den Jahren 2015 und 2016 soll der Mann in den Irak gereist sein, wo er sich den Ermittlungen zufolge dem Islamischen Staat anschloss. Er habe für die Miliz in der irakischen Stadt Erbil mögliche Anschlagsziele ausgespäht, hieß es. Seit September habe er sich in Deutschland vergeblich bei verschiedenen Paketdiensten um eine Anstellung als Fahrer beworben.

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Ermittler stellen Handys und PCs sicher

Spezialkräfte hatten am Mittwoch auch die Wohnung des Terrorverdächtigen nach Hinweisen durchsucht. Er wohnte alleine. Nach Angaben des Landeskriminalamts waren 70 Einsatzkräfte beteiligt. Die Ermittler stellten unter anderem mehrere Handys und PCs in der Wohnung sicher. Nun soll das Umfeld des 29-Jährigen beleuchtet werden, um herauszufinden, ober alleine handelte oder er eventuell nur Befehle ausführte.

Innenminister lobt erfolgreiche Ermittlungsarbeit

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) wertete die Festnahme des Terrorverdächtigen als erfolgreichen Schlag gegen den Islamismus. „Wir hatten es mit einer sehr ernsten Bedrohung zu tun, der wir mit Wachsamkeit begegnet sind“, sagte Strobl in Stuttgart. Die Sicherheitsbehörden hätten den Tatverdächtigen genau im Blick gehabt und akribisch und umfangreich ermittelt. Der in Freiburg geborene Mann soll noch am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Von RND/dpa/lf

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