Fachkräftemangel immer deutlicher

Bundesregierung: Zehntausende freie Fahrerstellen im Verkehrsbereich

In Deutschland fehlen Zehntausende Berufskraftfahrer, wie Busfahrer und Lkw-Fahrer.

In Deutschland fehlen Zehntausende Berufskraftfahrer, wie Busfahrer und Lkw-Fahrer.

Berlin. In Deutschland fehlen mehr als 45.000 Fahrerinnen und Fahrer und Fachkräfte in der Verkehrsmechatronik sowie Fahrzeugtechnik. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

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Demnach besteht der größte Fachkräftemangel nach Daten der Bundesagentur für Arbeit bei Fahrerinnen und Fahrern: In den Bereichen Güterverkehr und Lkw, Straßenbahn, Bus und Eisenbahn sind 26.613 Stellen unbesetzt. 11.661 Fachkräfte fehlen in der Kraftfahrzeugtechnik und 6761 in der Mechatronik.

Der Unions-Verkehrspolitiker Henning Rehbaum forderte schnellere Anerkennungen von Führerscheinen aus Drittstaaten und eine raschere Verfahrensdauer in den Konsulaten. „Trotz des akuten Bedarfs an Fachkräften ist die Bundesregierung viel zu zögerlich“, kritisierte der CDU-Politiker. „Noch immer gibt es keine Regelungen, um Führerscheine aus Drittstaaten leichter anzuerkennen, noch immer dauert es wegen Personalmangels in den Konsulaten Monate, um auch nur einen Termin für ein Visum zu erhalten, noch immer warten wir auf den Vorschlag zur Verschlankung der Berufskraftfahrerausbildung.“

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Wenn der EU-Busführerschein in Österreich nur zehn Wochen braucht, dann muss das auch in Deutschland möglich sein.

Henning Rehbaum (CDU),

Verkehrspolitiker

Rehbaum pochte auf Eignungstests in unterschiedlichen Sprachen. „Wie wir aus zahlreichen Gesprächen mit Experten und der Branche wissen, würde es beispielsweise helfen, die Prüfungen zum Berufskraftfahrer auch auf anderen Sprachen als Deutsch anzubieten“, sagte er. „Das ist heute schon beim Führerschein möglich. Wenn der EU-Busführerschein in Österreich nur zehn Wochen braucht, dann muss das auch in Deutschland möglich sein.“

Auswirkungen auf Lieferketten

Der Bundesregierung müsse endlich klar werden, dass ihre Unterschätzung der Situation eine „konkrete Gefährdung“ für Versorgungssicherheit und ÖPNV sei. „Personalbedingte Fahrplanstreichungen im Nahverkehr und gestörte Lieferketten sind schon heute tägliche Realität“, warnte Rehbaum.

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Die Branche schätzt insbesondere den Fahrermangel weitaus größer ein als die Bundesregierung. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) geht alleine bei Berufskraftfahrerinnen und -fahrern von 60.000 bis 80.000 fehlenden Fachkräften aus. Aufgrund des demographischen Wandels könnte sich der Mangel noch verschärfen. Der BGL teilte im September in einer öffentlichen Anhörung im Bundestag mit, dass ein Drittel der Fahrerinnen und Fahrer bereits älter als 55 Jahre sei, und diese bald in Rente gingen.

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