Georgiens Ex-Präsident Saakaschwili festgenommen

Michail Saakaschwili ist derzeit staatenlos.

Michail Saakaschwili ist derzeit staatenlos.

Kiew. Der georgische Ex-Präsident und ukrainische Oppositionspolitiker Michail Saakaschwili ist in seiner Wohnung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew festgenommen worden. Der 49-Jährige sei zuvor vor den Ermittlern auf das Hausdach geflohen und habe damit gedroht, sich umzubringen, meldeten örtliche Medien am Dienstag. Der Geheimdienst bestätigte die Festnahme wegen „Beihilfe für eine kriminelle Vereinigung“. Saakaschwili drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

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Saakaschwili hatte zuvor Demonstrationen angeführt, die die Amtsenthebung seines früheren Freundes und Präsidenten Petro Poroschenko zum Ziel hatten. Die Proteste sollen von Politikern finanziert worden sein, die 2014 nach dem Sturz der Regierung nach Moskau geflohen waren. Somit habe er aus Behördensicht Kriminelle unterstützt. Noch am Wochenende rief der 49-Jährige zu einer „Diktatur der Mitteklasse“ auf.

Saakaschwili droht die Abschiebung in die georgische Heimat

Saakaschwili ist zur Zeit staatenlos. Ihm wurde im Juli während eines USA-Aufenthalts die vor zwei Jahren verliehene ukrainische Staatsbürgerschaft entzogen, nachdem er sich mit dem Staatschef überworfen hatte. Kurz darauf kehrte er jedoch in einer spektakulären Aktion in die Ukraine zurück.

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2015 hatte er bereits die Staatsangehörigkeit seines Heimatlandes verloren, weil er den ukrainischen Pass angenommen hatte. Saakaschwili droht nun auch die Abschiebung nach Tiflis. Georgien hat wegen Ermittlungen zu Korruption und Amtsmissbrauch um eine Auslieferung gebeten. In seinem Geburtsland war Saakaschwili von 2004 bis 2013 Staatspräsident. Dort führte er das postsowjetische Georgien aus dem Filz der Alltagskorruption in ein funktionierendes Staatengebilde. Mit einer offensiven Politik im Kaukasuskrieg 2008 brachte Saakaschwili eine große Opposition in Georgien gegen sich auf. Diese wirft ihm vor, das Eingreifen russischer Truppen mit den Angriffen auf südossetische und abchasische Separatisten erst provoziert zu haben.

Von RND/dpa

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