Großempfang für Putin in Versailles

Der neue französische Präsident Emmanuel Macron empfängt seinen russischen Amtskollegen Vladimir Putin.

Der neue französische Präsident Emmanuel Macron empfängt seinen russischen Amtskollegen Vladimir Putin.

Versailles. Frankreichs neuer Staatschef Emmanuel Macron hat es eilig. Im Schnelldurchgang trifft der 39-Jährige die Chefs der wichtigsten Weltmächte, Gelegenheiten gab es dazu beim Nato-Gipfel in Brüssel und beim G7-Treffen im sizilianischen Taormina in der zurückliegenden Woche genug.

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Für seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin fand sich rasch ein würdiger Anlass in Frankreich: Die Eröffnung einer Ausstellung über den Zaren Peter der Große. Ein royaler Rahmen im XXL-Format für den Kremlchef. Der war im Versailler Schloss von Sonnenkönig Ludwig XIV. sichtlich geschmeichelt.

Gardisten mit gezogenem Säbel stehen bei der Ankunft Spalier. Als Putins lange Mercedes-Limousine vorfährt, schreitet Macron die Stufen hinunter und empfängt den Russen auf dem roten Teppich. Der Händedruck ist fest, herzlich und professionell – kein Gezerre wie vor wenigen Tagen mit Donald Trump in Brüssel. Die Pressekonferenz der beiden Staatschefs findet ebenfalls an einem symbolträchtigen Ort statt – in der „Galerie der Batailles“, mit riesigen Gemälden von Schlachten französischer Herrscher an den Wänden.

Macron droht bei Chemiewaffeneinsatz in Syrien mit Vergeltung

Die Gespräche drehten sich vor allem um die Konflikte in der Ukraine und in Syrien. Frankreich und Russland streben im Friedensprozess für die krisengeschüttelte Ukraine ein baldiges Treffen im sogenannten Normandie-Format an. In dieser informellen Gruppe sind auch Deutschland und die Ukraine vertreten. Es gebe den Willen, im Rahmen der Friedensvereinbarung von Minsk zu einer Deeskalation des Konflikts zu kommen, sagte Macron. Der Plan wurde im Februar 2015 unter Vermittlung von Macrons Amtsvorgänger François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel ausgehandelt.

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Im Syrienkrieg setzen sie sich dafür ein, Syrien als Staat zu bewahren, um das Chaos in der Region nicht weiter zu verschlimmern. In seiner Rede verschärfte Macron jedoch den Ton und drohte Vergeltung für weitere Giftgaseinsätze an. Ein weiterer Chemiewaffeneinsatz sei eine „rote Linie“ für Frankreich, so Macron. Putin sagte, es sei wichtig, den syrischen Staat zu sichern und Terrorismus zu bekämpfen. Er und Macron wollten über eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror sprechen.

Putin entschuldigt Treffen mit LePen

Putin nutze die Gelegenheit die Wogen zu glätten. Das Verhältnis zu Macron war angespannt nicht zuletzt, weil Moskau im französischen Wahlkampf eher Sympathien für Macrons rechtspopulistische Kontrahentin Marine Le Pen gezeigt hatte. Im März empfing Putin die Anführerin der Front National. Er rechtfertigte in Versailles nun diesen Besuch – Le Pens Eintreten für den Erhalt nationaler Identitäten in Europa habe seine Berechtigung.

„Warum hätten wir ihr absagen sollen?“, fragte er. Macron versucht seinerseits, dieses Wahlkampfkapitel zu schließen, eine versöhnliche Geste zu machen. Im Élyséepalast beruft man sich auf ein Vorbild: François Mitterrand lud 1992 seinen Moskauer Amtskollegen Boris Jelzin zu einem feierlichen Essen in Versailles ein.

Von RND/dpa

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