Hitze und Dürre

Grüne fordern Industrie auf, Wasser zu sparen – und drohen mit Sanktionen

Ausgetrocknet ist ein Teilabschnitt des Flusses Schwarze Elster in Südbrandenburg.

Ausgetrocknet ist ein Teilabschnitt des Flusses Schwarze Elster in Südbrandenburg.

Berlin. Vor dem Hintergrund zunehmender Dürre in Deutschland haben die Grünen große Industriekonzerne aufgefordert, die Wasserentnahme zu reduzieren und diesbezüglich mit Sanktionen gedroht. „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir die Trinkwasserversorgung priorisieren und unnötigen Wasserverbrauch unterbinden müssen“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Jan-Niclas Gesenhues, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Im Zweifel müssen große Wasserverbraucher wie zum Beispiel große Getränkekonzerne oder Industriebetriebe ihre Entnahme reduzieren, um die öffentliche Wasserversorgung zu sichern.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wasserverbrauch müsse grundsätzlich reduziert werden

Wirtschaftlichkeit sollte Gesenhues zufolge nicht vor der Wasserversorgung der Allgemeinheit stehen: „Wer weiterhin wirtschaftliche Eigeninteressen bei der Wassernutzung vor das Wohl von Mensch und Umwelt stellt, muss im Zweifel auch mit Sanktionen rechnen“, warnte er. „Zudem müssen wir unser Wasser langfristig schützen und fit machen für weitere Dürreperioden, indem wir etwa Auen und Flüsse in einen möglichst naturnahen Zustand zurückversetzen.“ Allgemein müsse der Wasserverbrauch verringert werden: „Da, wo wir es können, müssen wir Wasser wiederverwenden und den Verbrauch reduzieren. Nur so stellen wir sicher, dass uns auch künftig unser Lebensmittel Nummer eins zur Verfügung steht“, mahnte Gesenhues.

Nur ein Grad kühler: Vor der Madrider Hitze floh RND-Spanienkorrespondent Martin Dahms in das kastilische Dorf Barbadillo del Mercado in die Provinz Burgos. Im Hintergrund scheint die Sierra de la Demanda auf - in der Gegend wurde die Schlussszene aus Sergio Leones Kultwestern "Zwei glorreiche Halunken" alias "The Good, the Bad and the Ugly" gedreht. Hier ist das Leben derzeit trotz ähnlich hoher Tagestemperaturen wie in Madrid deutlich erträglicher.

Nichts wie weg – das Leben mit der „historischen“ Hitze in Madrid

Auch Spanien ächzt unter der Hitze. Der RND-Spanienkorrespondent Martin Dahms, der seit fast 30 Jahren in Madrid lebt, nennt die Hitzewelle dieses Sommers „historisch“ und ist vor ihr aufs Land geflohen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Laut Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung ist der Gesamtboden in Deutschland in den letzten 14 Tagen weiter ausgetrocknet. Als Gesamtboden definiert das Zentrum eine Bodentiefe bis circa 1,8 Meter. Besonders Mittel- und Ostdeutschland sind demnach von Trockenheit betroffen, dort herrscht vielerorts eine „außergewöhnliche Dürre“. In Norddeutschland, vor allem in Schleswig-Holstein, ist der Boden am feuchtesten, aber immer noch „ungewöhnlich trocken“.

Trinkwasser in Deutschland stammt laut Umweltbundesamt zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser. Das Grundwasser füllt sich durch Regen wieder auf. Langanhaltende Trockenheit kann aber zu einem veränderten Grundwasserspiegel führen, heißt es weiter. Bei den Hitzesommern im Jahr 2018 und 2019 sind hierzulande in einigen Regionen die Grundwasserstände gefallen. Bisher gibt es allerdings keine flächendeckenden negativen Auswirkungen auf die Grundwasserressourcen, so das Umweltbundesamt.

Doch auch der Städte- und Gemeindebund warnte kürzlich vor Wassermangel in einigen Regionen Deutschlands mit Blick auf die Industrie. „Problematisch ist der drastisch steigende Wasserbedarf in der Industrie, in der Landwirtschaft, aber auch in Privathaushalten“, sagte der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem „Handelsblatt“. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) will bis Ende des Jahres eine nationale Wasserstrategie vorlegen mit dem Ziel, die Trinkwasserversorgung zu sichern.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen