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Ukrainisches Atomkraftwerk beschossen

Grüne fordern Überprüfung der Sicherheit für nukleare Anlagen in ganz Europa

Ein Bild aus dem Juni 2008: ein Stromerzeugungsblock im Kernkraftwerk Saporischschja in der Stadt Enerhodar im Süden der Ukraine am 12. Juni 2008. Bei Russlands Krieg gegen die Ukraine ist die Anlage von Europas größtem Atomkraftwerk unter Beschuss geraten.

Berlin. Die Grünen im Bundestag halten nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja durch russische Truppen die Überprüfung der Sicherheitsanforderungen für nukleare Anlagen in Europa für notwendig.

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„Der offenbar gezielte Angriff auf Atomkraftwerke in Europa muss auch eine Zeitenwende bei der Bewertung der Sicherheit und der Sicherung von Atomanlagen zur Folge haben“, sagte der Grünen-Sprecher für Umweltpolitik und Atomenergie, Stefan Wenzel, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Bislang war die Abwesenheit von Krieg stets Prämisse, davon können wir aber nicht länger ausgehen. Vor diesem Hintergrund und angesichts vermehrter Cyberangriffe auch auf westliche kritische Infrastruktur müssen wir die Sicherheitsanforderungen für AKW in ganz Europa überprüfen“, so der frühere niedersächsische Umweltminister.

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Würden die Stromversorgung der Reaktoren, die Notkühlung oder die komplexe Infrastruktur zum sicheren Betrieb ausfallen, gefährde das die Versorgungssicherheit eines Landes und führe zu potenziell schlimmen Atomunfällen, warnt Wenzel. „In einem Krieg bedeutet jeder Atomreaktor und jedes Nasslager für Brennelemente ein potenzielles strategisches Ziel und eine große Gefahr.“

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) schätzt das Risiko für einen Atomunfall mit internationalen Auswirkungen im Zuge der russischen Invasion als deutlich erhöht ein. Russlands Vorgehen in der Ukraine habe „schwere und unmittelbare Gefahren für die Sicherheit dieser Anlagen und ihrer zivilen Mitarbeiter ausgelöst“.

Laut IAEA besteht jederzeit die Gefahr von irrtümlichen oder versehentlichen Treffern etwa bei Artillerieeinsätzen oder durch fehlgeleitete Raketen. Auswirkungen eines solchen Atomunfalls auf Deutschland und die EU sind nicht unwahrscheinlich.

Dazu ist die EU in hohem Maß abhängig von russischem Uran. Der jährliche Bericht der Euratom-Versorgungsagentur stellt für 2020 fest, dass über 20 Prozent des in der EU genutzten Natururans aus Russland stammt, weitere 19 Prozent stammen aus Kasachstan. Russland stellte 2020 auch 26 Prozent des in der EU benötigten angereicherten Urans her.

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Euratom betrachtet die anhaltende Abhängigkeit der Betreiber von Reaktoren des russischen WWER-Typs von Russland als klare Schwachstelle. Dies könne die Versorgungssicherheit der EU in den kommenden Monaten gefährden, insbesondere in Ländern mit WWER-Reaktoren wie Finnland, Tschechien, Ungarn, Slowakei oder Bulgarien.

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