Halle: Neues Gebäude für Islamisches Kulturzentrum soll kommen – jüngster Angriff hat Druck erhöht

Gläubige knieen beim Gebet vor dem Islamischen Kulturzentrum in Halle-Neustadt (Archivbild)

Gläubige knieen beim Gebet vor dem Islamischen Kulturzentrum in Halle-Neustadt (Archivbild)

Halle. Das Islamische Kulturzentrum in Halle soll ein neues Grundstück und später ein neues Gebäude bekommen. Seit fünf Jahren habe die Gemeinde mit der Stadt über das Grundstück verhandelt, sagte Mamad Mohamad, Geschäftsführer des Landesnetzwerks Migrantenorganisation Sachsen-Anhalt (Lamsa), am Donnerstag. Nun zeichne sich Gewissheit ab. Dass zuletzt mit einem Luftgewehr während des Mittagsgebets auf das Zentrum geschossen wurde, habe sicherlich den Druck auf die Stadt erhöht.

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Viele müssen draußen beten

Seit Jahren gibt es im bestehenden Kulturzentrum Platzprobleme, so dass viele Gläubige draußen beteten – selbst bei Minusgraden. Die Gemeinde hält diesen Zustand auch aus Sicherheitsgründen für nicht länger tragbar. Kurz nach den Schüssen auf das Gebäude kam nun Bewegung in die Grundstücksverhandlungen. Bürgermeister Egbert Geier hatte laut Mohamad kurz darauf die Gemeinde informiert, dass der Finanzausschuss schon bald über einen Kauf entscheiden werden. Zunächst hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet.

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In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Anfeindungen gegen Mitglieder der Gemeinde. Erst im Januar war auf das Kulturzentrum mit einem Luftgewehr aus einem benachbarten Gebäude geschossen worden. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Der erste Neubau einer islamischen Gemeinde

Am kommenden Montag entscheide der Finanzausschuss der Stadt über den Verkauf des Grundstückes an die Gemeinde, sagte Mohamad. Das etwa 1900 Quadratmeter große Grundstück soll demnach direkt neben dem bisherigen Standort liegen und rund 250.000 Euro kosten. Der Bau wäre der erste Neubau einer islamischen Gemeinde in Sachsen-Anhalt. Mohamad zeigte sich ob der Veröffentlichung der Pläne in Sorge. Die Polizei sei nicht 24 Stunden am Kulturzentrum, sondern meist zu Gebetszeiten. Der Schutz der Gläubigen müsse gesichert sein.

RND/dpa

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