Hanau: Mutter eines Opfers stellt Forderungen an Angela Merkel

Familie und Freunde verabschieden sich bei der Beerdigung von Ferhat Unvar, der in Hanau ermordet wurde.

Familie und Freunde verabschieden sich bei der Beerdigung von Ferhat Unvar, der in Hanau ermordet wurde.

Hanau. Zwei Wochen nach dem rassistischen Anschlag in Hanau hat sich die Mutter eines Opfers in einem Brief an Angela Merkel gewandt. Serpil Temiz, Mutter des ermordeten Ferhat Unvar, überreichte der Bundeskanzlerin das Schreiben bei der zentralen Trauerfeier am Mittwoch in Hanau, wie jetzt ein Regierungssprecher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) bestätigte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

In diesem Brief findet Temiz klare Worte. “Der Täter hat seinen Wunsch nach dieser Tat nie verheimlicht, hat in den sozialen Netzwerken seine Absicht, ein Massaker zu begehen, bekundet", schreibt sie. Die grausame Tat müsse die Kanzlerin, die Behörden und die Gesellschaft dazu bringen, “endlich zu reagieren”. “Es war nicht das erste Mal und ich fürchte, es wird nicht das letzte Mal sein, wenn sich nicht schnell etwas ändert”, schreibt Temiz.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, Inc., der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Drei Forderungen an Merkel

Die Mutter stellt drei Forderungen an die Bundeskanzlerin. Zunächst müsse die Tat vollständig aufgeklärt werden. “Es dürfen nicht die gleichen Fehler gemacht werden wie beim NSU-Komplex”, schreibt Temiz, wo eine vollständige Untersuchung nicht stattgefunden habe. “Wenn es keine lückenlose Aufklärung gibt, ist es, als würde mein Sohn ein zweites Mal ermordet”, schreibt die Mutter.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Für die Familien der Opfer fordert Temiz lebenslange Unterstützung, etwa durch ehrenamtliche Patenschaften des Bundespräsidenten oder Geschwisterstipendien. Die dritte Forderung bezieht sich auf die Gründung einer staatlich geförderten Stiftung, die Aufklärungsarbeit gegen Rassismus leisten soll.

Neuer Ausschuss gegen Rechtsextremismus

Zu den im Brief formulierten Forderungen äußerte sich der Regierungssprecher nicht. Er betonte aber, die Bundeskanzlerin habe sich ebenso wie weitere Mitglieder des Bundestages nach den Morden von Hanau klar zu den Themen Rassismus und Rechtsextremismus geäußert. Als Reaktion auf den Terroranschlag hat die Bundesregierung auch einen Kabinettsausschuss gegen Rechtsextremismus und Rassismus gegründet.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen