IS sprengt symbolträchtige Moschee in Mossul

IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi hatte 2014 in Al-Nuri-Moschee das „Kalifat“ in den IS-kontrollierten Gebieten im Irak und in Syrien ausgerufen. Es war sein bislang einziger öffentlich Auftritt.

IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi hatte 2014 in Al-Nuri-Moschee das „Kalifat“ in den IS-kontrollierten Gebieten im Irak und in Syrien ausgerufen. Es war sein bislang einziger öffentlich Auftritt.

Bagdad. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Große Moschee von Al-Nuri in der irakischen Stadt Mossul gesprengt. Das teilte das Verteidigungsministerium des Landes am Mittwochabend mit. Die internationale Anti-IS-Koalition unter Führung der USA bestätigte die Angaben der irakischen Armee zu der Sprengung.

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„Das ist ein Verbrechen gegen die Bürger Mossuls und des ganzen Irak“, sagte Major General Joseph Martin.

Minarett war mehr als 840 Jahre alt

Die Moschee und ihr berühmtes schiefes Minarett Al-Hadba seien zerstört worden, als die Extremisten Sprengsätze innerhalb des Gebäudes gezündet hätten. Offenbar stand die Erstürmung des Gebäudes kurz bevor. Nach Militärangaben seien irakische Soldaten nur 50 Meter entfernt gewesen.

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Bedeutsam ist die Moschee auch, weil IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi 2014 dort zum einzigen Mal öffentlich auftrat und ein „Kalifat“ in den kontrollierten Gebieten im Irak und in Syrien ausrief.

Der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi twitterte am frühen Donnerstag, dass die Zerstörung das Eingeständnis des IS sei, den Kampf um Mossul zu verlieren. Die Sprengung des Minaretts und der Moschee sei eine „formale Erklärung ihrer Niederlage“, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf die Islamisten.

Mossul gilt als Schlüsselsymbol im Kampf gegen die Terrormiliz. Das Minarett, das ähnlich dem Schiefen Turm von Pisa gekrümmt im Wind stand, war mehr als 840 Jahre alt.

IS: US-Luftangriff war Ursache

Die IS-Terroristen erklärten in einer Stellungnahme, sie hätten das muslimische Gotteshaus nicht zerstört. Vielmehr sei es einem Luftangriff der Vereinigten Staaten zum Opfer gefallen.

Die US-geführte Militärkoalition wies die Behauptung zurück. Der Sprecher des Anti-IS-Bündnisses, Ryan Dillon, sagte der Nachrichtenagentur AP, Luftaufnahmen der Koalition belegten zwar die Zerstörung der Moschee. Doch ein US-Luftangriff sei nicht dafür verantwortlich. „Zu dieser Zeit führten wir in dem Gebiet keine Angriffe durch“, so Dillon.

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Schon im Juli 2014 hatten IS-Kämpfer versucht, das Minarett zu zerstören, da der Bau ihrer fundamentalistischen Auslegung des Islam widerspricht. Doch die Bewohner Mossuls formten damals eine Menschenkette um das Gebäude, um es zu schützen.

Irakische Armee rückt vor

Vor der Sprengung der Al-Nuri-Moschee hatten staatliche irakische Medien von einem weiteren Vorrücken der Armee in Mossul berichtet. Einen halben Kilometer seien sie in das verbliebene Viertel der Dschihadisten in der Altstadt eingedrungen. Die vollständige Einnahme der Großstadt sei nicht mehr fern, sagte ein Militärsprecher. Die Soldaten seien mit mindestens zwei Luftangriffen unterstützt worden.

Der IS steht militärisch im Irak und in Syrien mit dem Rücken zur Wand. Zudem behauptete Russland vor wenigen Tagen, Anführer Al-Bagdadi bei einem Luftangriff getötet zu haben. Eine Bestätigung gab es zunächst nicht.

Von ap/dpa/RND/zys

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