Konkurrenz für Wissler?

Kampf um Linken-Vorsitz: Europapolitiker Schirdewan kündigt Kandidatur an

Martin Schirdewan will für den Parteivorsitz der Linken kandidieren.

Berlin. Der Linken-Europapolitiker Martin Schirdewan hat seine Kandidatur für den Parteivorsitz angekündigt. „Die Partei befindet sich in einer schwierigen Phase und ich glaube, dass ich in dieser Zeit dazu beitragen kann – in einem Team, das vertrauensvoll zusammenarbeitet –, die Partei aus dieser Krise zu führen“, sagte er in einem Interview mit dem „ARD-Hauptstadtstudio“ am Dienstag. Er wolle dafür das Profil der Linken als moderne und sozialistische Gerechtigkeitspartei wieder stärken.

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Die Linken-Vorsitzende Janine Wissler hatte sich bereits vor Schirdewans Kandidatur auf einen Kampf um die Spitze ihrer Partei eingestellt. Das sei durchaus möglich, sagte Wissler am Dienstag im Deutschlandfunk. Sie werde abwarten, wer in den nächsten Tagen Bewerbungen für die Parteispitze erklärt, und dann Gespräche führen. Wichtig sei „ein gutes Team, dass sich vertrauen kann“.

Wissler hatte sich trotz einer Serie von Wahlniederlagen ihrer Partei dazu entschlossen, selbst noch einmal für den Vorsitz zu kandidieren. Da es eine Doppelspitze geben soll, ist bei einem Parteitag Ende Juni in Erfurt in jedem Fall eine weitere Position neben ihr zu besetzen. Doch wird über mehrere weitere Kandidaten spekuliert. Nach Schirdewan könnte auch der Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann noch an diesem Dienstag seine Bewerbung erklären.

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Hintergrund sei einerseits ihre private Lebenssituation und ihre Familie.

Wissler räumte ein, dass Linken-Politiker zuletzt widersprüchliche Positionen zu Themen wie Klimaschutz, dem Ukraine-Krieg oder Corona nach außen vertreten hätten. Die Menschen müssten wieder wissen, wofür die Partei stehe. Topthemen seien die steigenden Preise und Mieten, gute Arbeit und Umverteilung. „Die Ampel braucht Druck von links“, sagte die Vorsitzende. Sie selbst habe „was vor mit dieser Partei, ich möchte, dass diese Partei nach vorne geht“.

Die Linke hatte bei der Bundestagswahl und bei den jüngsten Landtagswahlen die Fünf-Prozent-Hürde verfehlt und ist tief zerstritten.

RND/dpa/jst

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