Hilfe für Geflüchtete

Katastrophenfall in Berlin? Migrationsbeauftragte plädiert für Ausrufung

Erstversorgung von Geflüchteten aus der Ukraine auf einer Zwischenebene des Berliner Hauptbahnhofs.

Erstversorgung von Geflüchteten aus der Ukraine auf einer Zwischenebene des Berliner Hauptbahnhofs.

Berlin. Die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial hat sich für die Ausrufung des Katastrophenfalls in Berlin ausgesprochen. Dies sollte ernsthaft überlegt werden, sagte Niewiedzial am Dienstag in Berlin im RBB-Inforadio. Der Katastrophenfall ermögliche etwa flexibel, Räumlichkeiten zu beschlagnahmen, die als Notunterkünfte genutzt werden können.

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„Das ist natürlich keine Lösung auf Dauer, aber sie würde uns helfen, schnell Unterkünfte zu schaffen“, sagte die Migrationsbeauftragte. Darüber hinaus könnten in so einem Fall leichter Personen von ihren Regelaufgaben abgezogen werden, um zu unterstützen.

Migrationsbeauftragte: Wichtig, Kinder von Anfang mit anderen zu unterrichten

Die Situation im Umgang mit den Geflüchteten sei in Berlin stabiler als zu Anfang des Krieges, es gebe aber noch große Schwierigkeiten, mit der Zahl der Ankommenden umzugehen. „Das ist nicht nur eine Berliner Aufgabe, sondern eine bundesweite Aufgabe“, sagt Niewiedzial. Zudem müsse die europaweite Verteilung in den Blick genommen werden.

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Die Integrationsbeauftragte sprach sich zudem gegen spezielle Integrationsklassen nur für Kinder aus der Ukraine aus: „Leider zeigt unsere Erfahrung von ganz vielen Kriegen in dieser Welt, dass Menschen doch länger bleiben, als sie sich eigentlich wünschen.“ Daher sei es wichtig, dass Kinder von Anfang an zusammen mit anderen unterrichtet werden.

Zudem müsse man kreativ werden und etwa für Schulgebäude über eine Mehrfachnutzung nachdenken. „Wir können es uns eigentlich nicht leisten, dass die Schulgebäude einen halben Tag leer stehen“, sagte die Berliner Integrationsbeauftragte.

Größte Flüchtlingswelle in Europa seit Zweitem Weltkrieg

Wie viele Kriegsflüchtlinge Deutschland bislang aufgenommen hat, weiß niemand genau, da es keine festen Grenzkontrollen gibt. Ukrainer dürfen ohne Visum einreisen. Erfasst hat die Bundespolizei nach Angaben der Bundesregierung seit Beginn des russischen Angriffs auf das Nachbarland rund 230.000 Geflüchtete.

In Relation mit den insgesamt 3,5 Millionen Ukrainern, die laut UN bereits geflohen sind, ist die Zahl der in der Deutschland Angekommenen bis dato relativ gering. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind in Europa nicht mehr so viele Menschen innerhalb so kurzer Zeit aus ihrem Heimatland geflüchtet.

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RND/epd

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