Kommentar

Der Klima­wandel darf nicht zur Gewohnheit werden

Wasser fällt aus einer Quelle auf dem Berg gegenüber dem Punta-Rocca-Gletscher in den italienischen Alpen, wo vor wenigen Tagen eine massive Eislawine abgegangen ist.

Wasser fällt aus einer Quelle auf dem Berg gegenüber dem Punta-Rocca-Gletscher in den italienischen Alpen, wo vor wenigen Tagen eine massive Eislawine abgegangen ist.

Berlin. Da ist der Dolomiten­gletscher, der plötzlich eine Eislawine talwärts schickt und zahlreiche Wanderer in den Tod reißt. Da ist der 3000er in Österreich, der sich erstmals im Juli schon schneefrei präsentiert – einen Monat früher als sonst. In Norditalien ist ein zentraler Fluss nur noch ein trauriges Rinnsal. In Deutschland verbieten Kommunen wegen Trockenheit Wasser­entnahme aus Flüssen und Seen.

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Frankreich, Indien, Japan verzeichnen Hitze­rekorde – und sind damit nicht alleine. Im Pazifik wandern Meeres­schildkröten von Inseln ab, weil ihr Lebens­raum schrumpft. Misstrauisch betrachten die Menschen dort den Meeres­spiegel und überlegen, wie lang es wohl dauern wird, bis ihr Haus oder ihre Schule im Wasser steht.

Weglaufen hilft bei Feuer nur begrenzt.

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Die Meldungen, die von der Katastrophe künden, kommen mittlerweile in knapper Taktfolge. Es sind keine statistischen Zufälligkeiten. Der Klimawandel hat die Eisbären auf dem Nordpol in rasantem Tempo hinter sich gelassen und steht vor unserer Haustür.

Aber statt das Alarmlevel zu heben, scheint etwas anderes einzusetzen: die Gewöhnung ans Extreme. Es kommt ja noch anderes dazu: Die Corona-Pandemie hat Erschöpfung hinterlassen. Der Krieg gegen die Ukraine und die Sorge vor dessen Übergreifen füllt das Konto des Schreckens bis an den Rand.

Leider aber ist es so, dass der Klimawandel nicht wartet, bis andere Katastrophen bewältigt sind. „An allen Teilen der Welt brennt es“, so hat es Außenministerin Annalena Baerbock gerade bei einem Besuch des Inselstaates Palau formuliert, dort, wo Strände verschwinden und Schildkröten weichen.

Bedauerlicherweise ist das keine Übertreibung. Weglaufen hilft bei Feuer nur begrenzt. Wichtiger ist es, die Brandursache zu bekämpfen. Verzögerungen und Ausreden sind nicht akzeptabel. Denn es wird zu spät sein, wenn wir wie Eisbären auf einer schmelzenden Scholle festsitzen.

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