Erhebung der AOK

Lohnuntergrenze in der Altenpflege steigt im Schnitt auf 20,37 Euro pro Stunde

Laut der Barmer-Krankenkasse sind Pflegekräfte am häufigsten wegen Infektionen mit dem Coronavirus im vierten Quartal 2020 krankgeschrieben worden.

Die Löhne in der Altenpflege steigen.

Berlin. Die durchschnittlichen Stundenlöhne in tarifgebundenen Pflegeeinrichtungen, die gleichzeitig eine Lohnuntergrenze für die gesamte Branche darstellen, sind in den vergangenen zwölf Monaten um rund 2,7 Prozent auf 20,37 Euro gestiegen. Das zeigt eine bundesweite Auswertung der AOK, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Montag) vorliegt.

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Unterschiede zwischen den Bundesländern

Im Einzelnen liegt der durchschnittliche Stundenlohn für Hilfspersonal bei 17,03 Euro. Das sind 2,53 Prozent mehr als 2021. Pflegeassistenzpersonal mit mindestens einjähriger Ausbildung hat ein durchschnittliches Entlohnungsniveau von 19,05 Euro pro Stunde (plus 1,98 Prozent). Für Fachpersonal mit mindestens dreijähriger Ausbildung liegt der Stundenlohn jetzt bei 23,38 Euro (plus 2,86 Prozent).

Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern. Während die durchschnittliche Entlohnung in Mecklenburg-Vorpommern bei 18,79 Euro pro Stunde liegt, sind es in Nordrhein-Westfalen 21,05 Euro.

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De-facto-Mindestlohn

Alle Pflegeeinrichtungen, die an einen Tarif oder an eine kirchliche Arbeitsrechtsregelung gebunden sind, mussten die Daten zur Entlohnung ihrer Beschäftigten zum 30. September 2022 an die Landesverbände der Pflegekassen melden. Das daraus ermittelte „regional übliche Entlohnungsniveau“ in den einzelnen Bundesländern gilt seit dem Inkrafttreten einer gesetzlichen Neuregelung de facto als Mindestlohn, der auch von Pflegeeinrichtungen ohne Tarifvertrag nicht unterschritten werden darf. Andernfalls können die Einrichtungen nicht mehr mit den gesetzlichen Pflegekassen abrechnen.

Eigenanteile steigen deutlich

„Angemessene Löhne sind wichtig, um die Attraktivität des Pflegeberufes zu sichern“, sagte die Chefin des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, dem RND. Die Kehrseite der Medaille seien allerdings steigende Kosten für die professionelle Pflege. Diese Entwicklung führe in der vollstationären Pflege zu höheren Eigenanteilen und in der ambulanten Pflege zu wachsenden Preisen für die Pflegeleistungen.

So hätten die Eigenanteile im Heim Mitte November 2022 um durchschnittlich 21 Prozent höher gelegen als rund ein Jahr zuvor, sagte Reimann. Nach Angaben der AOK betragen die aus eigener Tasche zu zahlenden Kosten unter Berücksichtigung der neu eingeführten Entlastungen je nach Wohndauer im Heim derzeit durchschnittlich etwa 2000 Euro im Monat.

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