Maas sagt 22 Millionen Euro Hilfe für Leidtragende der Venezuela-Krise zu
:format(webp)/cloudfront-eu-central-1.images.arcpublishing.com/madsack/JKR3HUWDD5BZZDDJKVXAJUAILU.jpg)
Bundesaußenminister Heiko Maas, SPD.
© Quelle: imago images/photothek
Brüssel. Deutschland hat bei der internationalen Geberkonferenz für venezolanische Flüchtlinge und Migranten zusätzliche Hilfen von 22,2 Millionen Euro angekündigt. 18,2 Millionen Euro seien für humanitäre Hilfe und vier Millionen für Entwicklungshilfe bestimmt, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag bei der online abgehaltenen Veranstaltung. Damit steige Deutschlands Unterstützung im Zusammenhang mit der Krise für 2020 auf 56,8 Millionen Euro.
Zum Auftakt der Konferenz hatte UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi die Weltgemeinschaft zu verstärkter Hilfe aufgefordert. Die Länder, in denen die Venezolaner Zuflucht gefunden hätten, hätten diese Verantwortung zu lange mit nur wenig Unterstützung von außen geschultert, erklärte Grandi in der online abgehaltenen Veranstaltung am Dienstag.
Corona-Krise verschärft Lage der Migranten
Die Konferenz wird von der EU und Spanien organisiert und vom UNHCR sowie der Internationalen Organisation für Migration unterstützt. Ziel sind Hilfszusagen in nicht bezifferter Höhe, die den wegen der langandauernden Krise in ihrem Heimatland geflohenen Venezolanern sowie den sie aufnehmenden Gemeinschaften in den Nachbarländern zugutekommen sollen.
Grandi machte in seinem Statement darauf aufmerksam, wie die Corona-Krise die Situation der Flüchtlinge und Migranten noch verschärft habe. Für die Gesundheit notwendige Maßnahmen hätten viele Venezolaner in den Gastländern „in eine Spirale von Armut und Verzweiflung“ gedrängt, sagte der Flüchtlingshochkommissar. Gerade Menschen, die im informellen Sektor Arbeit gefunden hatten, hätten ihre Jobs verloren und nun kein Geld für Miete, Essen oder Medizin.
2,5 Milliarden Euro Hilfe
Insgesamt kamen 2,5 Milliarden Euro zusammen. Knapp 600 Millionen Euro davon sollten in Form von nicht zurückzahlbaren Zuschüssen fließen, teilte die EU am Dienstagabend als Mitorganisator der Konferenz mit. Allein aus dem EU-Budget und den Haushalten der Mitgliedstaaten seien Zuschüsse von rund 232 Millionen Euro mobilisiert worden.
Nach Angaben der EU haben in den vergangenen Jahren mehr als fünf Millionen Menschen Venezuela verlassen. Ein Machtkampf um die Führung des Landes, Korruption und Misswirtschaft haben die Wirtschaft zusammenbrechen lassen. Der autoritär regierende sozialistische Staatschef Nicolás Maduro hält sich bislang allerdings an der Macht.
RND/epd/dpa