Mehr Transparenz für Corona-Hospitalisierung: DKG hält digitales Meldesystem für notwendig

Eine Intensivkrankenschwester steht auf einer Intensivstation im Zimmer eines Covid-19-Patienten.

Eine Intensivkrankenschwester steht auf einer Intensivstation im Zimmer eines Covid-19-Patienten. Die DKG will Meldeprozesse besser digitalisieren.

Berlin. Eine bessere Übersicht der Corona-Lage in den Kliniken: Dafür will die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sorgen und meldet deswegen ab dem 10. Februar tagesaktuelle Daten zu den hospitalisierten coronapositiven Fällen. Dafür stellt die DKG die Daten der Normalstationen und der Intensivstationen zusammen.

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„Wir haben nach wie vor eine nennenswerte Steigerung“, sagte DKG-Vorstandsvorsitzender Gerald Gaß bei einer Pressekonferenz in Berlin. Laut den Daten der DKG müssen aktuell 14.509 Personen auf den Normalstationen und 2333 intensivmedizinisch behandelt werden (Stand: 7. Februar).

In den vergangenen Wochen habe sich aber das Belegungsverhältnis verändert. Während im Zuge der Delta-Welle noch gut 25 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen und 75 Prozent auf den Normalstationen lagen, sind es nun 9,5 zu 86 Prozent.

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Diese Entwicklung bewertete Gaß positiv. „Es kann sein, dass wir noch Steigerungen auf den Intensivstationen sehen. Wir rechnen aber nicht damit, dass es in den kommenden Wochen dynamisch sein wird“, sagte der DKG-Chef. „Wir werden uns bei einem Wert unter 3000 stabilisieren.“

DKG fordert transparente und digitale Datenerhebung

Die Krankenhäuser liefern die Daten für die neue Auswertung direkt an zentrale Anlaufstellen in den jeweiligen Bundesländern – und diese wiederum an die DKG. Für die Lage auf den Intensivstationen nutzt die DKG die Daten des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi).

Gaß betonte, wie wichtig eine transparente und digitale Datenerhebung sei. Zugleich kritisierte er die Bundesregierung, dass die Meldung der Corona-Infektionszahlen noch immer größtenteils über händische Formulare laufe, die anschließend per Fax versendet würden, obwohl die DKG bereits im Herbst 2021 einen Vorschlag für eine digitale und zuverlässige Übermittlung gemacht habe.

Dafür will der DKG-Chef die Krankenhausinformationssysteme nutzen, in dem die Daten der Patientinnen und Patienten anonymisiert und pseudonymisiert gespeichert werden. Wird ein Patient positiv auf Corona getestet, bekomme er einen entsprechenden Code, erklärte Gaß. Dieser Datenpool könne dann digital an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt werden.

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Die Umsetzung sei zwar nicht in vier Wochen möglich, aber die Anbieter der Informationssysteme und der Kommunikationsserver hätten „zugesagt, dass man innerhalb von einigen Wochen die Daten zur Verfügung stellen kann“, sagte Gaß. Dafür bräuchten die Krankenhäuser aber einen gesetzlichen Auftrag in Form des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes.

Gesundheitsministerium lehnte Vorschlag der DKG ab

Aber das Gesundheitsministerium habe abgelehnt. „Auf diesen Vorschlag ist man nicht eingegangen. Bis zum heutigen Tag haben wir keinen Auftrag, das weiterzuentwickeln“, sagte Gaß. Stattdessen fokussiere sich die Regierung auf die Konzipierung des Deutschen Elek­tro­ni­schen Melde- und Infor­ma­tions­systems für den Infek­tions­schutz (Demis). Obwohl Demis noch im vergangenen Jahr komplett ausgerollt werden sollte, sei es in den Krankenhäusern bisher nicht angekommen.

Auch bei diesem System müssten Ärztinnen und Ärzte viele Formulare noch händisch ausfüllen, bemängelte Gaß. „Das ist aus unserer Sicht nur der zweitbeste Weg, und er ist noch gar nicht da“, sagte der DKG-Chef. „Wir brauchen ein umfassendes und digitales System.“

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