„Aggressivität“ des Kreml

„Hätten schneller reagieren müssen“: Merkel bedauert Versäumnisse in der Russland-Politik

Angela Merkel (Anfang Oktober beim Festakt zum 77-jährigen Bestehen der Süddeutschen Zeitung.

Angela Merkel (Anfang Oktober beim Festakt zum 77-jährigen Bestehen der Süddeutschen Zeitung.

Berlin/Hamburg. In ihren ersten öffentlichen Auftritten nach ihrem Ausscheiden aus dem Kanzleramt war die ehemalige Kanzlerin Angela Merkel noch nicht bereit, politische Fehler während ihrer Amtszeit einzuräumen. Doch das scheint sich zu ändern. In einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ fast genau ein Jahr nach ihrem Ausscheiden aus dem Kanzleramt räumt die 68-Jährige Versäumnisse bei der Abschreckungspolitik gegenüber Russland ein.

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Wir hätten schneller auf die Aggressivität Russlands reagieren müssen.

Angela Merkel,

ehemalige Bundeskanzlerin

„Wir hätten schneller auf die Aggressivität Russlands reagieren müssen“, so Merkel mit Blick auf die Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014. Damals hatten sich die Nato-Staaten darauf verständigt, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. „Deutschland hat das Zwei-Prozent-Ziel trotz Erhöhung nicht erreicht“, bedauerte Merkel. „Und auch ich habe nicht jeden Tag eine flammende Rede dafür gehalten.“

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Die Genehmigung für den Bau der deutsch-russischen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 hält die damalige Kanzlerin rückblickend aber nicht für einen Fehler. Ein Verbot des Projekts hätte „das Klima mit Russland gefährlich verschlechtert“, sagte Merkel. Zudem sei die Abhängigkeit von russischem Gas nicht allein ein Resultat des gemeinsamen Pipeline-Projekts. Sie sei in erster Linie darauf zurückzuführen, dass weniger Gas aus Norwegen, Großbritannien und den Niederlanden geliefert worden sei.

RND/dpa

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