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Ministerpräsident Günther räumt Fehler bei Pandemie­bekämpfung ein

„Omikron ist schneller gekommen, als wir das vorhersehen konnten“, sagt Daniel Günther (CDU), Minister­präsident von Schleswig-Holstein.

Angesichts verschiedener Omikron-Ausbrüche in Diskotheken kurz nach Weihnachten hat der schleswig-holsteinische Minister­präsident Daniel Günther (CDU) eigene Fehler eingeräumt. „Schon nach den ersten Meldungen war klar, das 2G plus in Diskotheken seit Mitte Dezember nicht ausgereicht hat“, sagte der Politiker den „Lübecker Nachrichten“ im Interview.

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Vorher habe es in den Diskotheken laut Günther keine messbaren Ausbruchs­geschehen gegeben. „Aber Omikron ist schneller gekommen, als wir das vorhersehen konnten. Wir haben dann die Regeln nachgeschärft. Im Nachhinein bedaure ich, dass diese Einschränkungen acht bis zehn Tage zu spät gekommen sind.“ Im schleswig-holsteinischen Expertenrat sei man sich zu dem Zeitpunkt einig gewesen, „dass unser Weg ausreichend ist“, so der Regierungs­chef.

Günther: „Wir wollen vernünftig und verantwortlich umgehen“

In Norddeutschland sind die Infektionszahlen zurzeit stark steigend – obwohl der Norden im bundesweiten Vergleich lange gut dastand. „Das ist kein schönes Gefühl. Wir stellen fest, dass Omikron eher vom Norden in den Süden wandert“, sagte Günther. Die Auslastung in den Krankenhäusern sei jedoch nicht bedrohlich. „Das soll so bleiben. Deshalb müssen wir achtsam sein.“

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Angesichts der im Mai anstehenden Landtags­wahlen in Schleswig-Holstein wollte sich der Minister­präsident nicht vorwerfen lassen, danach regiert zu haben: „Ich habe mich bei Entscheidungen während der Pandemie niemals davon leiten lassen, wann Landtags­wahlen stattfinden. Wir wollen vernünftig und verantwortlich mit dieser Situation umgehen.“ Niemand sei ohne Fehler, auch er nicht, betonte Günther. „Wichtig ist, dass man Entscheidungen korrigiert, wenn man erkennt, dass nachgesteuert werden muss, und nicht darauf beharrt, recht zu behalten.“

Ministerpräsident in Quarantäne – trotz Booster-Impfung

Der CDU-Politiker spricht sich dafür aus, dass Schleswig-Holstein die epidemische Notlage beschließt. „Wir haben ja gemerkt, dass uns einige Instrumente fehlen. Sperrstunden zum Beispiel konnten wir bisher nicht umsetzen“, so Günther. Von solchen Regelungen erhoffe er sich jedoch eine Signal­wirkung: „In der Gastronomie, wo man über Stunden ohne Maske beieinander ist, gibt es Ansteckungs­gefahren. Das Essen ist eine Stunde vor Mitternacht sicher durch, viele sind dann fröhlich und trinken vielleicht noch Alkohol.“ Das sei in normalen Zeiten auch in Ordnung, sagte Günther. „Aber ich bitte um Verständnis, dass wir wegen der Ansteckungs­gefahr durch Omikron hier restriktiver sein müssen.“

Günther ist nach dem Kontakt mit einer Corona-positiven Person seit Donnerstag in Kieler Hotel-Quarantäne. Er selbst sei jedoch negativ getestet. Sobald im Bund die neuen Quarantäne­regelungen beschlossen werden, sagte Günther, werde auch er das Hotelzimmer verlassen. Die Quarantäne empfinde er derweil als trist: „Das Laufen fehlt mir total. Am Dienstag bin ich im Urlaub auf Amrum noch 13 Kilometer gelaufen, seitdem leider nicht wieder. Im Zimmer auf fünf Metern hin und her zu laufen, das fordert mich nun wirklich nicht.“ Kontakt mit seiner Familie halte er über Facetime. Auch die Ausführung der Amtsgeschäfte aus dem Hotelzimmer sei kein Problem.

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Lesen Sie hier das gesamte Interview mit Daniel Günther in den „Lübecker Nachrichten“

RND/alx

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