Ukrainisches AKW unter Beschuss

Nun erst recht: deutsche Atomkraftwerke endgültig abschalten!

Auf diesem Satellitenfoto von Planet Labs PBC ist das Kernkraftwerk Saporischschja in Enerhodar, Ukraine, am 2. September 2019 zu sehen.

Berlin. Nicht, dass dieser Krieg in der Ukraine schon wahnsinnig genug ist. Jetzt potenziert sich der Wahnsinn, wenn Atomkraftwerke – beabsichtigt oder nicht – unter Beschuss geraten. Doch das ist die logische Folge kriegerischer Auseinandersetzungen: Energie ist Macht.

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Mit dem Angriff auf Europas größtes Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine versetzen die Russen ganz kühl einen ganzen Kontinent in Angst und Schrecken. Denn viele Europäer haben noch die bangen Wochen nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 in Erinnerung.

Der Angriff auf ein AKW ist jedoch kein Unglück, sondern ein Akt des Terrors in einem Krieg, der selbst nach Maßstäben von Militärs immer schmutziger wird. Dass Kremlmachthaber Wladimir Putin inzwischen zu allem bereit ist, hat er in jeder seiner letzten Reden deutlich gemacht. Mit dem Brand am Kraftwerk Saporischschja hat Putin an Schrecken gewonnen.

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Vor diesem Hintergrund wirken die Debatten über mögliche Laufzeitverlängerungen für die letzten drei Ende des Jahres auslaufenden deutschen Kernkraftwerke aus Sicherheitsgründen besorgniserregend. Sie sind jedoch auch wirtschaftspolitisch verfehlt.

Die Gründe für den von der Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011 initiierten Atomausstieg sind geblieben: Reaktorstörfälle bergen ein immenses Risiko, außerdem werden AKW zu engeren Zielen von Terroristen gerechnet.

Als Ersatz für russisches Gas taugt die Kernenergie, mit der Strom produziert wird, auch nicht. Denn Gas wird in Deutschland hauptsächlich zur Wärmeerzeugung eingesetzt.

Außerdem kommen große Mengen des benötigten Urans aus Ländern wie Kasachstan, Usbekistan, Russland oder China. Wollen wir in die nächste Abhängigkeit? Sicher nicht. Dann also: abschalten!

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