Olympia in Peking: Menschenrechtler machen IOC für schlechte Stimmung verantwortlich

Die Olympisches Winterspiele in Peking sind überschattet von Protesten gegen den autoritären Staat und seine Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit den Uiguren, einer muslimischen Minderheit.

Die Olympisches Winterspiele in Peking sind überschattet von Protesten gegen den autoritären Staat und seine Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit den Uiguren, einer muslimischen Minderheit.

Berlin. Knapp eine Woche nach dem Startschuss der Olympischen Winterspiele in Peking hält sich die Euphorie in Grenzen. Für den außenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Jürgen Hardt, ist das nicht überraschend.

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„Es ist kein Wunder, dass bei diesen Spielen in Peking keine olympische Stimmung aufkommen mag. Es ist ein klares Signal unserer Zeit, dass viele Menschen nicht willens sind, bunte Fernsehbilder hinzunehmen, die zum großen Teil von einem diktatorischen Regime mit inszeniert sind. Die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in China sind auch in unseren Köpfen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich hoffe, diese Spiele werden dem IOC und künftigen Bewerberstädten eine Lehre sein.“

Entscheidung des IOC „mit nichts zu entschuldigen“

Deutliche Worte für die vorherrschenden Umstände in dem autoritären Staat findet auch Renata Alt (FDP), Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Bundestages: „Die Spiele finden in einer Atmosphäre strenger Kontrolle und Überwachung statt. Wenn man weiß, dass alles, was man sagt, abgehört und zensiert wird, wird einem nicht nach Feiern zumute.“

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Dass die Olympischen Spiele zudem vor einer Kulisse gravierender Menschenrechtsverletzungen stattfinden, könne niemanden kalt lassen, sagte sie dem RND und betonte: „Die Menschenrechtslage in China hatte sich nach der Vergabe der Spiele noch mal massiv verschlechtert. Dass das IOC seine Entscheidung nicht geändert hatte, nachdem die Berichte über Internierungslager für Uiguren kamen, ist mit nichts zu entschuldigen.“

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Menschenrechtler: Sportbegeisterte sind angewidert

Menschenrechtler machen schon lange auf die prekären Zustände in China aufmerksam. Es sei aber noch nie so vielen Menschen wie jetzt bewusst gewesen, dass die Volksrepublik in diesem „gigantisch hohem Maß“ für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist, meint Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

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„Diese Spiele sind vergiftet. Das widert auch Sportbegeistere an. Es tut mir leid um die Sportler, die von der chinesischen Führung, dem IOC und den IOC Werbepartnern ausgenutzt werden und somit gleich mehrfach Opfer der chinesischen Menschenrechtsverletzungen werden“, sagte er.

Linke: Corona als Stimmungskiller

Andere Gründe für die schlechte Stimmung sieht der sportpolitische Sprecher der Linken-Fraktion, André Hahn: „Wenn coronabedingt so gut wie keine ausländischen Zuschauer teilnehmen können, die ihre Athletinnen und Athleten anfeuern und unterstützen, wird echte Euphorie kaum aufkommen.“ Außerdem sei China keine traditionelle Wintersportnation, so dass sich auch der Zuspruch durch einheimische Zuschauer in Grenzen halte.

Es stehe außer Zweifel, dass die „Menschenrechtslage in China hochproblematisch und sehr kritisch“ sei, dennoch sei Peking bereits bei den Olympischen Sommerspielen 2008 ein sehr guter Gastgeber gewesen. Die Qualität der Sportstätten werde auch jetzt durchweg gelobt.

Kasachstan als einzige Alternative

Was die Kritik am IOC betrifft, muss Hahn daran erinnern, dass sich bei der Vergabe überhaupt nur Peking und Almaty in Kasachstan beworben hatten. „Europäische oder amerikanische Demokratien waren leider nicht bereit und standen daher auch nicht zur Wahl“, so der sportpolitische Sprecher gegenüber dem RND.

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Schon vor der Eröffnung stand das Internationale Olympische Komitee (IOC) für die Wahl des Austragungsortes in der Kritik. Grund sind die Menschenrechtsverletzungen Chinas, allen voran die Unterdrückung der Uiguren, einer muslimischen Minderheit. Dazu kommt die Einschränkung der Meinungsfreiheit, die auch Journalistinnen und Journalisten vor Ort zu spüren bekommen.

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