Russische Währung wird gestärkt

Putin: Russland akzeptiert Gaszahlungen „unfreundlicher Staaten“ nur noch in Rubel

Der russische Präsident Wladimir Putin leitet eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates (Archivbild).

Der russische Präsident Wladimir Putin leitet eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates (Archivbild).

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch angekündigt, künftig Zahlungen für Gaslieferungen an „unfreundliche Staaten“ nur noch in der russischen Währung Rubel zu akzeptieren.

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Demnach wolle er die Zahlungsmethode für die Energielieferungen umstellen, die Änderungen beträfen aber nur die Währung. „Es macht für uns keinen Sinn, unsere Waren in die Europäische Union, die Vereinigten Staaten zu liefern und die Zahlung in Dollar, Euro und einer Reihe anderer Währungen zu erhalten“, wird Putin von der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti zitiert.

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Deshalb habe sich der Kremlchef dazu entschlossen, „eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen“, die Zahlungen – zunächst offenbar nur für Gaslieferungen – ausschließlich in Rubel zu akzeptieren. Die genauen Details der Umsetzung würden der Kreml und die russische Notenbank binnen einer Woche klären. Die Ankündigung sorgte prompt für eine Stärkung der russischen Währung, die massiv unter Druck steht.

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Als Reaktion auf die Sanktionen des Westens hatte die russische Regierung bereits Anfang des Monats beschlossen, dass eigene finanzielle Verpflichtungen bei „unfreundlichen Staaten“ nur noch in Rubel beglichen werden.

Russland braucht mehr Devisen

Der Ökonom Artem Kochnev vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche erklärt, dass Russland gleich aus mehreren Gründen dringend Devisen benötigt. „Russland braucht dringend Euro und US-Dollar, um seine Staatsanleihen zu bedienen“, sagte Kochnev dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Sonst drohe die Kündigung der Papiere. „Allerdings ist Russlands Zugang zu Fremdwährungen begrenzt, da die EZB und die amerikanische FED nicht mehr mit Russlands Zentralbank handeln.“

Putins Ankündigung ist in der deutschen Gaswirtschaft auf Unverständnis gestoßen. „Wir haben die Meldung, dass Russland Gaslieferungen nur noch im Rubel abwickeln will, mit großer Irritation zur Kenntnis genommen“, sagte der Vorstand des Branchenverbandes Zukunft Gas, Timm Kehler, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. „Welche Auswirkungen das auf den Gashandel konkret haben wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.“ Es mache allerdings den Eindruck, dass die Sanktionen wirkten und Putin zunehmend unter Druck gerate.

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Nach Angaben des Kreml betrachtet Russland folgende Länder als „unfreundlich“: Albanien, Andorra, Australien, Großbritannien, Anguilla, Britische Jungferninseln, Gibraltar, die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, Island, Kanada, Liechtenstein, Mikronesien, Monaco, Neuseeland, Norwegen, Südkorea, San Marino, Nordmazedonien, Singapur, USA, Taiwan, Ukraine, Montenegro, Schweiz und Japan.

RND/sic/dpa

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