Zehntausende Russen bereits eingezogen

„Korrekt und rechtzeitig“: Putin feiert seine Ukraine-Entscheidungen

Russlands Präsident Wladimir Putin ist einmal mehr von sich selbst sehr überzeugt.

Russlands Präsident Wladimir Putin ist einmal mehr von sich selbst sehr überzeugt.

Kiew. Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Entscheidungen zur Ukraine verteidigt. Er bedauere es nicht, den Konflikt im Februar mit der Invasion im Nachbarland eskaliert zu haben, sagte er am Freitag vor Journalisten. Ziel sei aber nicht, „die Ukraine zu zerstören“, betonte er. Die nach militärischen Rückschlägen von ihm angeordnete Mobilisierung von 300.000 Reservisten solle in zwei Wochen abgeschlossen sein.

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„Was heute passiert ist unangenehm, um es milde auszudrücken“, erklärte er. „Aber wir hätten all das ein wenig später machen müssen, nur unter schlechteren Bedingungen für uns, das ist alles“, sagte der Kremlchef. „Also sind meine Handlungen korrekt und rechtzeitig“, lobte Putin sich selbst.

Ukraine erobert laut eigenen Angaben mehr als 600 Ortschaften zurück

Angesichts vorrückender ukrainischer Truppen wurden die ersten Evakuierten aus der südukrainischen Region Cherson am Freitag in Russland erwartet.

Putin zufolge sind seit seinem im September ergangenen Dekret 222.000 Reservisten einberufen worden. Davon seien 33.000 bereits militärischen Einheiten zugeteilt und 16.000 schon im Kampfeinsatz.

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Die Einberufung von Reservisten hatte dazu geführt, dass Zehntausende Russen ihr Heimatland verließen. Putin hatte zwar erklärt, nur Männer mit Kampf- oder Diensterfahrung würden eingezogen. Das stieß bei der Bevölkerung auf große Skepsis, da in Russland jeder Mann bis zum Alter von 65 Jahren als Reservist registriert ist. Russische Medien berichteten, es habe Versuche gegeben, auch Männer ohne relevante Erfahrung einzuziehen, und auch solche, die aus gesundheitlichen Gründen nicht wehrdienstfähig seien.

Ein Anwalt der Anti-Korruptions-Stiftung des inhaftierten Oppositionsführers Alexej Nawalny, Wjatscheslaw Gimadi, schrieb auf Facebook, niemand sollte darauf vertrauen, dass wie von Putin nahe gelegt die Einberufung von Reservisten in zwei Wochen ende. „„Glaubt Putin nicht die "zwei Wochen". Mobilisierung kann nur durch seinen Erlass beendet werden. Kein Dekret - kein Stopp.“

Putin hingegen erklärte, das Verteidigungsministerium habe bei ihm nicht um weitere Einberufungen über die 300 000 hinaus nachgesucht. „In absehbarer Zeit sehe ich keine Notwendigkeit“, erklärte er. „Es ist nichts weiter geplant.“ Zu Berichten, Reservisten seien unter anderem nach kurzer Zeit ohne Vorbereitung an die Front geschickt und einige von ihnen bereits gefallen, sagte er, alle aktivierten Reservisten sollten eine angemessene Ausbildung erhalten. Er habe den Sicherheitsrat angewiesen, „eine Inspektion durchzuführen, wie mobilisierte Bürger ausgebildet werden“.

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Putin sagte zur aktuellen militärischen Lage, es sei nicht notwendig, weiterhin groß angelegte Angriffe auf die Ukraine wie zu Beginn dieser Woche zu führen. Der massive Raketenbeschuss von Kiew bis zu weit im Westen gelegenen Städten wie Lwiw hatte er als Vergeltung für die Explosion einer Lkw-Bombe auf der Kertsch-Brücke von Russland zur annektierten Halbinsel Krim bezeichnet.

RND/AP

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