LVZ-Interview

Wanderwitz greift Ministerpräsident Kretschmer für Russland-Position an

Marco Wanderwitz kritisiert Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) für seine Position gegenüber Russland.

Marco Wanderwitz kritisiert Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) für seine Position gegenüber Russland.

Dresden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, hält den russlandpolitischen Kurs der sächsischen CDU unter Ministerpräsident Michael Kretschmer für falsch: „Wenn man als CDU-Politiker vom AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla und der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht namentlich gelobt wird, hat man etwas verkehrt gemacht!“, sagte er im Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ (Mittwochausgabe).

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„Ohne Kretschmers Position, kein Russland-Problem“

Er fände es „wünschenswert“, wenn man in der gesamten CDU „bei den großen Leitlinien“ zusammenbliebe: „Ohne Michael Kretschmers Position hätten wir kein ,Russland-Problem‘ in der CDU. Dann könnte man uns nicht vorwerfen, auch wir hätten einen dezidierten Russland-Versteher in unseren Reihen.“

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Ministerpräsident Kretschmer hat in den vergangenen Monaten mehrmals den Kurs der Bundesregierung gegenüber Russland kritisiert. Unter anderem forderte er ein "Einfrieren" des Kriegs in der Ukraine und eine diplomatische Lösung, für die sich Deutschland engagiere müsse. Er glaube nicht, dass Kretschmer mit seinen Äußerungen "vorrangig auf Umfragen schielt", sagte Wanderwitz nun. "Das sind seine Überzeugungen. Aber das ist kein guter Weg."

Keine Personaldebatte

Eine Personaldebatte will Wanderwitz mit seiner Kritik in der sächsischen CDU nicht anstoßen: „Wenn man eine inhaltliche Diskussion führt, bricht man ja nicht gleich eine Personaldebatte vom Zaun.“ Er wünsche sich, dass Kretschmer in sich gehe und seine Position hinterfrage. „Er agiert wie ein Geisterfahrer, der aber glaubt, nicht er, sondern alle anderen würden in die falsche Richtung fahren.“

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