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Ukrainer sollen eingekesselt sein

Ultimatum abgelaufen: Russische Überschallbomber setzen Angriff auf Mariupol fort

Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenfoto zeigt einen Überblick über die Fabrik der «Azovstal Iron and Steel Works» («Metallurgisches Kombinat Asow-Stahl») im östlichen Mariupol.

Der Kampf um die belagerte südukrainische Hafenstadt Mariupol dauert auch nach dem Verstreichen eines russischen Ultimatums an. Nach Angaben des ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal ist die Stadt noch nicht von russischen Truppen eingenommen worden. Die ukrainischen Truppen dort würden „bis zum Ende“ kämpfen, sagte er am Sonntag bei einem Auftritt im US-Sender ABC. Darin bat er um Hilfe für die rund 100.000 eingeschlossenen Zivilisten, die ohne Nahrungsmittel, Wasser, Heizmöglichkeiten und Strom in der Stadt ausharren.

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Einige Teile Mariupols seien weiterhin unter ukrainischer Kontrolle, Russland kontrolliere die Stadt nicht vollständig, sagte Schmyhal. Das russische Militär hatte den verbliebenen Kämpfern in der Hafenstadt am Sonntagmorgen eine Frist bis 13.00 Uhr (Ortszeit) zur Kapitulation gesetzt. Schmyhal sagte, die ukrainischen Truppen kämpften weiter. Eine Kapitulation sei keine Option: „Wir haben nicht die Absicht, uns zu ergeben.“

Russland: Noch 2500 Verteidiger in Mariupol

Am Sonntagabend berichtete der ukrainische Generalstab von russischen Raketen- und Bombenangriffen auf die Stadt mit früher mehr als 400.000 Einwohnern. Dabei kämen auch Überschallbomber vom Typ Tu-22M3 zum Einsatz. Besonders in der Nähe des Hafens sowie des Stahlwerks Asowstal gebe es Angriffsversuche russischer Truppen.

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Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben sich etwa 2500 ukrainischen Soldaten, darunter 400 ausländische Söldner, sich in dem Stahlwerk verschanzt. Das sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Sonntag in Moskau. Die Ukraine machte keine Angaben zur Zahl der Verteidiger. Unabhängig überprüft werden konnte die von Moskau genannte Zahl nicht. „Im Fall einer weiteren Gegenwehr werden sie alle vernichtet“, hatte Konaschenkow noch am Samstag gedroht.

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Verteidiger von Mariupol sehen ihre Mission erfüllt

Der US-Journalist Simon Shuster berichtet auf Twitter, er habe Kontakt zu einem der letzten Verteidiger der ukrainischen Hafenstadt Mariupol. Dieser habe gesagt: „Nach dem Massaker von Butscha ist Aufgeben keine Option“. Demnach habe der verwundete Kämpfer das Gefühl, dass die Verteidiger mit ihrem Widerstand ihre Mission erfüllt hätten. Sie hätten so viel von der russischen Schlagkraft auf sich gezogen, dass andere Städte die Chance zum Überleben bekommen hätten.

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Ende für jedes Format von Verhandlungen?

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte wiederholt erklärt, alles für eine Rettung der strategisch wichtigen Stadt tun zu wollen. Zugleich warnte er Russland davor, im Fall einer Tötung der ukrainischen Kämpfer die Verhandlungen für eine Beendigung des Krieges aufzukündigen.

Als „düster“ beschrieb der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba die Lage am Sonntag gegenüber dem US-amerikanischem Medium CBS. Dem Medienbericht zufolge, könnte Mariupol zu einer „roten Linien“ in den Verhandlungen werden. Bisher habe es aber keine weiteren Gespräche zwischen der Ukraine und Russland auf Ebene der Außenminister gegeben.

Selenskyj: Lage in Mariupol unmenschlich

Mariupol ist strategisch wichtig, weil es auf der Landverbindung zwischen der von Russland annektierten Krim und den Gebieten prorussischer Rebellen in der Ostukraine liegt. Durch eine Kapitulation der Ukrainer dort bekäme Russland Truppen frei, die es für seine geplante Offensive im Donbass einsetzen könnte.

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In der seit Wochen belagerten Hafenstadt am Asowschen Meer sind neben den verteidigenden ukrainischen Truppen Zehntausende Zivilisten eingeschlossen. Die Lage in der Stadt sei unmenschlich und Russland „versucht vorsätzlich, jeden dort zu zerstören“, sagte Selenskyj.

RND/AP/dpa

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