Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

„Es wird bitter“

Schäuble: Deutsche müssen „Opfer“ bringen bei Öl und Gas - Merkel nimmt er in Schutz

Der CDU-Politiker Wolfgang Schäuble war von 2017 bis 2021 Präsident des Deutschen Bundestages.

Berlin. Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sich für einen Stopp russischer Lieferungen von Gas und Öl an Deutschland ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte der „Welt am Sonntag“: „Es wird bitter, aber ich denke, wir müssen schnellstmöglich auf russische Gas- und Öllieferungen verzichten. Wir dürfen nicht immer der Bremser im westlichen Bündnis sein.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die atlantische Solidarität, die Deutschland genießen durfte, sei keine einseitige Sache. „Wir dürfen nicht zurückzucken, wenn es für uns unangenehm wird.“ Kremlchef Wladimir Putin müsse wissen: „Für unsere Art zu leben, für unsere Freiheit, sind wir bereit, auch substanzielle Opfer zu bringen.“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Spotify Ltd., der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Schäuble, der früher auch Finanzminister unter der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war, nahm seine frühere Chefin gegen Kritik an ihrer Russland-Politik zumindest teilweise in Schutz. „Ich habe es zu meinen Lebzeiten nicht mehr für möglich gehalten, in eine derartige Krise mit Russland zu kommen“, sagte der 79-jährige CDU-Mann. Schon seit den 70er Jahren sei das Bewusstsein für brenzlige Lagen geschwunden. „Deswegen ist es nicht ganz gerecht, Angela Merkels Rolle in der deutsch-russischen Energiepartnerschaft nun zu kritisieren.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Russisches Gas: Kreml empört über abgelehnte Rubel-Zahlungen

Nach der von der EU weitgehend abgelehnten Bezahlung von Gaslieferungen in Rubel hat Kremlsprecher Dmitri Peskow mögliche neue Schritte Russlands angekündigt.

Schäuble über Nord Stream 2: „Aus heutiger Sicht stank das zum Himmel“

Es sei aber ein Fehler gewesen, dass trotz der Besetzung der Krim durch die Russen im Jahr 2014 die Gaspipeline Nord Stream 2 auf den Weg gebracht worden sei. „Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich diesen Pipeline-Bau für falsch gehalten habe. Es war auch falsch, dass wir einem Verkauf der deutschen Gasspeicher an Gazprom zugestimmt haben.“ Die Deutschen hätten merken müssen, dass die Speicher im vergangenen Herbst halbleer waren. „Aus heutiger Sicht stank das zum Himmel.“

Schäuble hält die Kritik des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an der Rolle der Deutschen für zu einfach. „Trotzdem kommt einem Selenskyjs Argumentation zu simpel vor.“ Bei den Deutschen habe nicht nur der Handel sondern mindestens genauso die realpolitische Einsicht eine Rolle gespielt: „Russland ist der große Elefant im Raum. Selbst wenn wir nichts mit ihm zu tun haben wollen: Ignorieren oder gar aus Europa herausdrängen können wir ihn nicht.“

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.