Scotland Yard: Angreifer wollte Muslime töten

In der Nacht zum Montag war ein Mann mit einem Van in eine Fußgängergruppe vor der Moschee im Stadtteil Finsbury Park hineingefahren.

In der Nacht zum Montag war ein Mann mit einem Van in eine Fußgängergruppe vor der Moschee im Stadtteil Finsbury Park hineingefahren.

London. Der Angriff mit einem Lieferwagen im Norden Londons war „ganz klar eine Attacke auf Muslime“. Das sagte Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick am Montag in London. „Wir nehmen jede Art von Hasskriminalität sehr ernst“, sagte die Londoner Polizeichefin weiter. Die Täter würden die Gesellschaft nicht spalten. Vielmehr würden sie die Entschlossenheit der Polizei stärken, gegen solche Verbrechen vorzugehen, so Dick. Sie versprach, die Sicherheit in muslimischen Gemeinden in den kommenden Tagen zu erhöhen.

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May muss erneut zu einem Angriff Stellung nehmen

Die Premierministerin verurteilte Extremismus jeder Art. „Hass und Böses dieser Art werden niemals Erfolg haben“, sagte May. Sie verurteilte die Attacke als „widerlich“. Das Land werde sich durch die Tat nicht spalten lassen.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May.

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In der Nacht zum Montag war ein Mann mit einem Lieferwagen nahe einer Moschee in eine Menschenmenge gefahren. Ein Mensch kam ums Leben, zehn Mitglieder der muslimischen Gemeinde wurden dabei verletzt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde NHS werden noch sieben Menschen in Krankenhäusern behandelt.

Der 47-jährige Vanfahrer wurde unter dem Verdacht auf versuchten Mord festgenommen. Gegen ihn wird nun auch wegen Terrorverdachts ermittelt. Ihm werde unter anderem zur Last gelegt, terroristische Handlungen vorbereitet zu haben, teilte die Polizei in London mit. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen Weißen gehandelt haben. Die Polizei behandelt die Tat als Terrorakt.

Die Behörden gingen davon aus, dass der Tatverdächtige alleine gehandelt habe, sagte Premierministerin Theresa May nach einer Krisensitzung. Sein Motiv war zunächst unklar, Waffen hatte er nach Angaben der Polizei nicht dabei. Er sollte auf seine psychische Gesundheit untersucht werden.

Zudem werde derzeit eine Wohnung in der Region Cardiff in Verbindung mit dem Vorfall durchsucht, teilte die Polizei mit Der bei dem Anschlag benutzte Lieferwagen stammt aus Wales. Er wurde von einer Firma in Pontyclun in der Nähe der walisischen Hauptstadt ausgeliehen, wie der Minister für Wales, Alun Cairns, mitgeteilt hatte. Die Polizei in Südwales arbeite mit den Ermittlern von Scotland Yard zusammen, hieß es.

Imam wird als Held gefeiert

Unterdessen wird ein Imam als Held gefeiert. Mohammed Mahmoud soll sich nach Augenzeugenberichten schützend vor den Terrorverdächtigen gestellt haben, der aus dem Lieferwagen gezerrt worden war. „Fasst ihn nicht an“, habe er demnach Menschen entgegengerufen, die sich wütend auf den Mann gestürzt hatten. Der 48-Jährige war von dem Iman und anderen Umstehenden festgehalten worden. Sie übergaben ihn später der Polizei.

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Das Gebetshaus verurteilte den Vorfall: „Wir haben über Jahrzehnte sehr hart für eine friedliche und tolerante Gemeinschaft hier in Finsbury Park gearbeitet und verurteilen schärfstens jeden Akt des Hasses, der versucht, unsere wunderbare Gemeinschaft zu spalten“, heißt es in einer Mitteilung, die das Muslim Welfare House im Internet veröffentlichte.

Seit März war Großbritannien dreimal von Terroranschlägen erschüttert worden. In Manchester hatte ein Selbstmord-Attentäter Ende Mai nahe einem Pop-Konzert 22 Menschen getötet. In London töteten Terroristen im März und Anfang Juni insgesamt mindestens 13 Menschen. Die Londoner Polizei hatte nach den jüngsten Anschlägen mehr islamfeindliche Vorfälle registriert als üblich.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan bewertete die Tat als zielgerichtete Attacke: Es handele sich um einen „fürchterlichen Terroranschlag auf unschuldige Menschen“. Manchesters Bürgermeister Andy Burnham schrieb: „Wir werden weiter zusammenstehen gegen Extremisten, die einen Teufelskreis der Gewalt wollen.“ Ex-Premierminister David Cameron nannte die Tat auf Twitter eine „entsetzliche terroristische Attacke auf friedlich betende Muslime“.

Von RND/dpa

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