Benefizkonzert „Sound of Peace“

Selenskyj appelliert an Berliner Demonstrierende: „Wir können nicht so leben, wie Sie leben“

Dieses vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, in Kiew.

Dieses vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, in Kiew.

Kiew/Berlin. Am vergangenen Sonntag zeigten Musiker sowie Berliner Bürgerinnen und Bürger bei dem Benefizkonzert „Sound of Peace“ Solidarität mit der Ukraine. Rund 15.000 Menschen versammelten sich auf der Straße des 17. Juni, um gemeinsam mit 50 Musikauftritten ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Neben Silbermond, Clueso und Natalia Klitschko wandte sich am Sonntag auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an die Berliner.

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Selenskyj appelliert an Berliner Demonstrierende: „Wir können nicht so leben, wie Sie leben“

Gleichzeitig zum Benefizkonzert „Sound of Peace“ am Sonntag wandte sich auch der ukrainische Präsident Wolodymyr im rbb an die Berliner Demonstrierenden.

In einer Videobotschaft, die der „rbb“ übertrug, sprach Selenskyj zu den Demonstrierenden vor dem Brandenburger Tor. Zu Beginn der Ansprache spielte der ukrainische Präsident eine Luftalarmsirene ein. „Mit diesem Ton leben wir schon seit 25 Tagen“, sagte er. In den ukrainischen Städten sei er alltäglich geworden. „Wir hören ihn stundenlang, tagelang und wochenlang.“

Bis zu diesem Krieg wurde unsere Hauptstadt Kiew als ‚neues Berlin‘ bezeichnet.

Wolodymyr Selenskyj,

Präsident der Ukraine

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Verglichen habe man zuvor die Offenheit, die Freiheit auf den Plätzen, die Herzlichkeit der Menschen und auch das Nachtleben von Berlin und Kiew. „Wir können uns jetzt nicht mehr so versammeln, wie Sie dies heute tun. Wir können nicht so leben, wie Sie leben“, appellierte Selenskyj an die Berliner.

Selenskyj über Putins Armee: „Sie wollen zu euch kommen“

Die Ukrainer kämpften aktuell gegen „Raketen, Bomben, Artillerie, gegen Flugzeuge und Helikopter, auf die die Russen schon jetzt schreiben: ,Nach Berlin‘“, so der ukrainische Präsident. Selenskyj warnte in seiner Videoansprache auch die Berliner direkt: Die russische Armee wolle weiterkommen als nur bis in die Ukraine: „Sie wollen überall hin, sie wollen zu euch kommen“, sagte Selenskyj.

Faktencheck

Ende vergangener Woche wurden in den Sozialen Medien vielfach Bilder verbreitet, die zeigen sollen, wie auf einem russischen Helikopter, der aktuell im Krieg in der Ukraine eingesetzt worden sei, die Aufschrift „Nach Berlin“ stehe. Wie Lars Wienand, Leitender Redakteur Recherche von T-Online, auf Twitter darstellte, handelt es sich dabei um eine Falschnachricht. Das Bild stammt aus dem Jahre 2017, also lange vor dem Krieg in der Ukraine. Über die Inschrift konnte Wienand keine weiteren Informationen geben.

Der ukrainische Präsident verwies auch darauf, dass das Benefizkonzert in Berlin auf der Straße des 17. Juni stattfand, die an den Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erinnert: „Es hat Sie das Gleiche dazu gebracht, was auch uns dazu bringt, uns zu verteidigen. Es ist der Wunsch zu leben, in Frieden zu leben, gleichberechtigt und frei!“

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Abschließend forderte Selenskyj am Sonntag die Deutschen erneut direkt auf, Druck auf die Politik auszuüben, damit „die Ukraine endlich ein Teil der Europäischen Union wird.“ Auch die Forderungen nach einem Stopp der Handelsbeziehungen mit Russland wiederholte der Präsident:

Sponsern Sie bitte nicht die Kriegsmaschinerie von Russland. Mit keinem einzigen Euro. Sperren Sie all Ihre Häfen, liefern Sie keine Güter, verzichten Sie auf russische Energieressourcen, üben Sie Druck aus, damit Russland sich aus der Ukraine zurückzieht!

Wolodymyr Selenskyj,

Präsident der Ukraine

Bis zum Ende des Benefizkonzertes am Sonntag kamen mehr als 12 Millionen Euro zusammen, wie es vonseiten der Veranstalter am Sonntagabend hieß.

RND/hyd

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