Rüstungskonzerne nehmen Milliarden ein

Friedensforscher: Geschäfte der Waffenhersteller wachsen das siebte Jahr in Folge

Panzerhaubitzen der niederländischen Armee werden auf den Zug gesetzt, um sie für eine einwöchige Übung nach Deutschland zu verlegen.

Panzerhaubitzen der niederländischen Armee werden auf den Zug gesetzt, um sie für eine einwöchige Übung nach Deutschland zu verlegen.

Stockholm, Frankfurt a.M. Auch im vergangenen Jahr haben etliche Waffenhersteller wachsende Umsätze verzeichnet. 2021 verkauften die weltweit 100 größten Rüstungskonzerne Waffen und militärische Dienstleistungen im Wert von 592 Milliarden US-Dollar (etwa 563 Milliarden Euro), wie das Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag in Stockholm mitteilte. Das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent im Vergleich zu 2020, die Verkäufe wuchsen damit das siebte Jahr in Folge. Deutsche Waffenbauer konnten im zweiten Jahr der Corona-Pandemie ebenfalls teils deutliche Zuwächse verbuchen.

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Die wichtigsten Rüstungsverkäufer kamen wie in den Vorjahren aus den USA. Allein 40 US-Waffenschmieden sind in der jährlich erstellten Rangliste vertreten. Sie setzten Waffen im Wert von 299 Milliarden US-Dollar (etwa 285 Milliarden Euro) ab und waren damit für mehr als die Hälfte der weltweiten Verkäufe verantwortlich. Den zweitgrößten Weltmarktanteil verbuchte mit 18 Prozent China, gefolgt von Großbritannien (6,8 Prozent).

Auch Waffenverkäufe aus Russland stiegen etwas an. Die sechs auf der Rangliste geführten russischen Konzerne erzielten 2021 einen Umsatz von 17,8 Milliarden Dollar (etwa 16,9 Milliarden Euro) und damit 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Derzeit hat Russland laut den Friedensforschern unter anderem wegen kriegsbedingter Sanktionen durch die USA und die EU Probleme bei der Produktion.

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Die vier deutschen Unternehmen Rheinmetall, ThyssenKrupp, Hensoldt und Diehl setzten vergangenes Jahr Waffen und Rüstungsgüter im Wert von 9,32 Milliarden US-Dollar (ungefähr 8,9 Milliarden Euro) um, 5,6 Prozent mehr als 2020.

Scholz äußert sich zur fehlenden Munition bei der Bundeswehr

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich in der Debatte um fehlende Munition hinter Verteidigungsministerin Christine Lambrecht gestellt.

Weltweit stiegen die Umsätze trotz der Zuwächse dem Bericht zufolge weniger stark als während der vier Jahre vor Corona. Dies führten die Fachleute unter anderem auf pandemiebedingte Unterbrechungen in den globalen Lieferketten zurück. Dazu zählten Verzögerungen beim Versand sowie Engpässe bei wichtigen Materialien. Einigen Unternehmen wie Airbus und General Dynamics fehlten zudem Arbeitskräfte. Wegen Russlands Angriff auf die Ukraine rechnen die Friedensforscher damit, dass sich die Probleme noch verschärfen werden.

Deutschland will in den nächsten Jahren Milliarden in die Bundeswehr stecken. Im Rahmen des sogenannten „Sondervermögens“, das zusätzliche Schulden in Höhe von 100 Milliarden Euro umfasst, soll die Bundeswehr besser ausgestattet werden. Außerdem wurde der Etat des Verteidigungsministeriums aufgestockt. Das Verteidigungsministerium plant unter anderem als Nachfolger für die Tornados die US-Tarnkappen-Jets F-35 anzuschaffen sowie Hubschrauber, Korvetten und Nachfolger für den Schützenpanzer Marder und den Truppentransporter Fuchs. Weiterhin sollen die Munitionsdepots der Bundeswehr aufgefüllt werden. Zuletzt war erklärt worden, dass Munition für 20 Milliarden Euro beschafft werden müsse. Allerdings hatte die Industrie ihre Kapazitäten in den vergangenen Jahren des Sparkurses zurückgefahren.

RND/epd/scs

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