Sozialverbände fordern schnelle Aufstockung der Testkapazität

Ein Mitarbeiter steht im Bioscientia MVZ Labor Mittelhessen hinter einem Automaten, der Corona-PCR-Tests durchführt.

Ein Mitarbeiter steht im Bioscientia MVZ Labor Mittelhessen hinter einem Automaten, der Corona-PCR-Tests durchführt.

Berlin. Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht den Bund in der Pflicht, sofort für mehr Corona-Testkapazitäten zu sorgen. „Es darf jetzt nicht beim Starren auf den Mangel bleiben. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie alles tut, um mehr Testkapazitäten aufzubauen“, sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Schneider kritisierte außerdem, dass Deutschland mit Blick auf die Testkapazitäten im europäischen Vergleich zu schlecht abschneide und deswegen neue Maßnahmen ergreifen müsse. „Man muss doch ehrlich sein: Bei den Regelungen zu PCR-Tests geht es nicht um Priorisierungen, sondern wir reden hier von Rationierung“, beurteilte Schneider die neue Regelung, die Bund und Länder als Reaktion auf die Auslastung der Labore betroffen haben.

Zudem warnte er die Regierung davor, erneut dieselben Fehler zu begehen. „Wir müssen in dieser Pandemie endlich mal Probleme auch wirklich zum Anlass nehmen, nachhaltige Strukturen aufzubauen.“

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Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten haben am Montag neue Corona-Maßnahmen beschlossen. So werden kostenlose PCR-Testungen künftig priorisierend durchgeführt und nicht mehr bei allen Personen, die einen positiven Antigen-Schnelltest vorliegen haben.

Bevorzugt werden Personen, die zur Risikogruppe gehören oder die im Gesundheits- und Pflegewesen arbeiten. Alle anderen Bürgerinnen und Bürger sollen dann einen weiteren Antigenschnelltest zur Überprüfung durchführen. Auch Personen mit einer roten Corona-Warn-App bekommen keinen kostenlosen PCR-Test mehr.

Bentele fordert Testangebot für zu Hause

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, Verena Bentele, fordert deswegen nun von der Regierung, genügend Alternativen zu schaffen. „Wichtig ist, dass etwa auf dem Land Testzentren gut erreichbar sind. Wenn im öffentlichen Nahverkehr schon ein negativer Test verlangt wird, können Menschen ohne Auto gar nicht erst zum Testzentrum kommen“, sagte Bentele dem RND. „Deshalb muss es auch Test-Angebote geben, die die Menschen zu Hause aufsuchen.“

Besonders wichtig sei es ihrer Ansicht nach, dass ein positiver Antigenschnelltests von zertifizierten Teststellen genauso behandelt wird wie ein positiver PCR-Test. „Die Gesundheitsämter müssen von der Teststelle entsprechend informiert und die Nachweise über eine Infektion und später den Genesenen-Status unkompliziert ausgestellt werden“, forderte Bentele.

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Generell appellierte sie an die Regierung, die Bürgerinnen und Bürger jetzt umfassend über die neuen Regeln zu informieren, damit keine Verwirrung aufkäme. „Bislang war die Kommunikation leider viel zu oft unzureichend“, kritisierte sie.

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