Spanien nimmt bedeutende katalanische Aktivisten fest

Demonstranten forderten am Montagabend die Freilassung zweier katalanischer Aktivisten.

Demonstranten forderten am Montagabend die Freilassung zweier katalanischer Aktivisten.

Barcelona. Die spanische Staatsanwaltschaft hat gegen zwei Anführer und Organisatoren der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung Haftbefehl erlassen. Medienberichten zufolge verordnete die Justiz am Montag Untersuchungshaft gegen Jordi Sánchez und Jordi Cuixart wegen „aufrührerischen Verhaltens“.

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Bei den Vorwürfen gegen die Chefs zweier Organisationen der katalanischen Separatistenbewegung, Katalonische Nationalversammlung (ANC) und Omnium Cultural, geht es um eine Demonstration am 20. September im Vorfeld des Referendums. Dabei sollen Sánchez und Cuixart Demonstranten dazu ermutigt haben, Angehörige der spanischen Polizeieinheit Guardia Civil einzukesseln.

Der Regierungschef Kataloniens hat die Anordnung zur Inhaftierung als „sehr schlechte Nachrichten“ bezeichnet. „Sie versuchen, Ideen einzusperren, aber sie machen die Notwendigkeit von Freiheit größer“, schrieb Carles Puigdemont am Montag (Ortszeit) auf Twitter. Spanien habe die Anführer der katalanischen Zivilgesellschaft dafür inhaftiert, dass sie einen friedlichen Protest organisierten, so Puigdemont. „Traurigerweise gibt es wieder politische Gefangene.“

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Die Sprecherin des katalanischen Regionalparlaments forderte, dass Sànchez und Cuixart nach Hause zurückkehrten. Die Inhaftierung der beiden „friedlichen Anführer“ sei nicht gerechtfertigt, so Carme Forcadell.

In der Regionalhauptstadt Barcelona kam es nach der Inhaftierung zu Protesten. Unterstützer der Aktivisten schlugen in den Straßen Barcelonas auf Pfannen und Töpfe und hupten in ihren Autos. Die beiden Unabhängigkeitsgruppen riefen die Katalanen für Dienstag dazu auf, um die Mittagszeit die Arbeit einzustellen, um gegen die Inhaftierung zu demonstrieren. Außerdem soll es Protestveranstaltungen vor Gebäuden der Regierung in katalanischen Städten geben.

Die spanische Regierung verringerte angesichts der politischen Krise die Wachstumsaussichten der Wirtschaft des Landes für das Jahr 2018 um drei Prozentpunkte auf 2,3 Prozent. Das geschmälerte Wachstumsziel wurde im Haushaltsplan Spaniens an EU-Behörden übermittelt. Die spanische Regierung machte die Unsicherheit, die aus dem Streit mit Katalonien resultierte, für die schlechteren Aussichten verantwortlich.

Von RND/dpa/ap

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