Untersuchung der Tui-Stiftung

Neue Jugendstudie: Wie gehen junge Menschen mit dem Krieg um?

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine macht viele junge Menschen in Europa traurig (Symbolbild).

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine macht viele junge Menschen in Europa traurig (Symbolbild).

Berlin. Junge Europäerinnen und Europäer nehmen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als einschneidend wahr. Mehr als die Hälfte fühlte sich nach eigenen Angaben hilflos, ängstlich und bedroht. Das geht aus einer Studie der TUI-Stiftung hervor, die am Donnerstag vorgestellt wird und die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt.

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„Es herrscht großer Realismus und ihnen scheinen die Zielkonflikte sehr bewusst, die sich aus politischen Entscheidungen ergeben“, sagt der Vorsitzende der TUI-Stiftung, Thomas Ellerbeck, dem RND. „Wir sehen in den Gesamtzahlen der aktuellen Europa-Studie eine enorme Ernsthaftigkeit dieser Generation. Sie ist realistisch in der Analyse sowie konstruktiv und pragmatisch bei der Bewältigung der Herausforderungen.“

Scholz stimmt Bürgerinnen und Bürger auf lang anhaltende Krise ein

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Bürgerinnen und Bürger auf eine lang anhaltende Krise mit hohen Preisen eingestimmt.

Die Stiftung hat im April mehr als 6000 Europäerinnen und Europäer im Alter von 16 bis 26 Jahren zu Themen wie Krieg, Klima und Pandemie befragt. Teilnehmen konnten Jugendliche aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Polen.

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Junge Europäer empfinden Krieg als Zeitwende

Die Mehrheit der Befragten nimmt den Krieg als Zeitwende wahr. Viele empfinden den Krieg sogar als grundlegenden Einschnitt in ihr persönliches Leben. Das ist vor allem in Deutschland und Spanien der Fall, wo jeweils rund die Hälfte der Teilnehmenden den Krieg als starken oder teilweise spürbaren Einschnitt erleben.

Trauer und Wut wegen Krieg in der Ukraine

Zusätzlich ruft der Krieg bei der Mehrheit der jungen Europäerinnen und Europäer negative Emotionen hervor. Rund drei Viertel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, Trauer und Wut zu verspüren. Im Vergleich zu den anderen Nationen ist in Deutschland das Gefühl der Bedrohung mit 57 Prozent besonders ausgeprägt. Höhere Werte erreichten nur Griechenland (60 Prozent) und Polen (59 Prozent).

Gleichzeitig gibt es in Deutschland der Studie nach aber auch besonders viele junge Menschen, die dem Krieg gleichgültig gegenüberstehen. Dies gaben 27 Prozent der Befragten an, im europäischen Schnitt waren es nur 21 Prozent.

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Widerstand gegen wirtschaftlichen Folgen

Als Folge des Krieges und den damit verbundenen Sanktionen sind die Kosten für Lebensmittel, Benzin, Wärme und Strom gestiegen. Das betrifft jeden Einzelnen unmittelbar – und stößt bei jungen Menschen in Europa auf Widerstand. Rund zwei Drittel wollen die höheren Preise nicht akzeptieren.

Auffällig: In Griechenland ist die Zustimmung besonders gering. In Deutschland und Großbritannien sind hingegen mit rund 45 Prozent deutlich mehr junge Menschen als im europäischen Durchschnitt dazu bereit, die höheren Kosten zu zahlen.

Maßnahmen, die keine direkten Auswirkungen auf den Alltag der Befragten haben, stoßen hingegen auf Zustimmung. Die meisten Jugendlichen befürworten es, wenn ihr eigenes Land Geflüchtete aufnimmt. Auch die Bereitschaft, Geld für humanitäre Zwecke zu spenden, ist mit 66 Prozent hoch.

Die steigenden Lebenshaltungkosten treffen Familien mit Kindern besonders stark.

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Die Zustimmung junger Menschen zur Waffenlieferung spiegelt das Gesamtbild der deutschen Bevölkerung wider. Zwar waren die Umfragewerte hierzu zuletzt gesunken, im April und damit zum Zeitpunkt der TUI-Studie hatten in Deutschland jedoch noch 55 Prozent der Waffenlieferung zugestimmt. Unter den 16- bis 26-Jährigen stimmten 56 Prozent zu. Damit liegen die jungen Deutschen im europäischen Schnitt (54 Prozent).

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