Noch immer werden Menschen vermisst

Todeszahl nach Zugunglück steigt auf fünf – weiteres Opfer bei Bergungsarbeiten entdeckt

Die Rettungskräfte haben nach einem schweren Zugunglück einen der Waggons angehoben und legen ihn auf die Straße.

Die Rettungskräfte haben nach einem schweren Zugunglück einen der Waggons angehoben und legen ihn auf die Straße.

Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen ist auf fünf Personen gestiegen. Das bestätigte der Polizeipräsident in Oberbayern Süd, Manfred Hauser, am frühen Samstagnachmittag an der Unglücksstelle. Die Zahl der Verletzten liege bei 44, erklärte Hauser. Unklarheit herrsche allerdings noch bei den vermissten Personen, so Hauser weiter: „Die Zahl liegt zwischen sieben und 14 Personen.“ Vier der Todesopfer seien laut Polizei weiblich, das Geschlecht der fünften Leiche sei noch nicht bekannt.

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Das fünfte Opfer war nach der Bergung eines weiteren entgleisten Waggons entdeckt worden. Auch wenn noch immer nicht alle Waggons geborgen sind, ging Hauser zum jetzigen Zeitpunkt nicht von weiteren Todesopfern aus, stellte allerdings klar: „Abschießend können wir das noch nicht sagen.“ Auch die Gerüchte, der Zug sei mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen, dementierte Hauser: „Die Ermittlungen deuten nicht darauf hin.“

Verkehrsminister und Bahnchef an der Unglücksstelle

Am Samstag haben sich auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing und Bahnchef Richard Lutz ein Bild von der Lage des in Garmisch-Partenkirchen entgleisten Zuges gemacht. Bei einer kurzen Pressekonferenz im Anschluss zeigte sich der Verkehrsminister bestürzt. „Das Ausmaß ist dramatisch“, sagte Wissing. Er sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er versprach außerdem eine genaue Aufarbeitung des Unglücks.

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Bahnchef Lutz erklärte: „Auch 24 Stunden nach dem Unglück bin ich als Bahnchef bestürzt über das, was hier passiert ist.“ Seine Gedanken seien bei den Hinterbliebenen aber auch bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, die schnell an der Unglücksstelle waren und bei der Bergung geholfen haben.

Bereits am Freitagabend war Innenministerin Nancy Faeser an der Unglücksstelle eingetroffen, sie hatte sich von der Innenministerkonferenz von Würzburg aus mit dem Auto auf den Weg gemacht. Eigentlich hatte Wissing bereits geplant, ebenfalls am Freitagabend mit dem Hubschrauber nach Garmisch-Partenkirchen zu fliegen. Ein lokales Extremwetterereignis hatte allerdings einen Flug in die Region unmöglich gemacht.

Linken-Verkehrspolitiker Bernd Riexinger pochte auf eine gründliche Aufarbeitung des Unglücks. „Dieser Unfall muss schnellstmöglich und gründlich aufgeklärt werden und es müssen schonungslos Konsequenzen gezogen werden, darauf werden wir auch im Verkehrsausschuss drängen“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem RND. „Auch wenn die Bahn ein sicheres Verkehrsmittel ist, zeigen uns solche Unfälle, dass es noch besser gehen muss.“ Weiter sagte er: „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Unfalltoten und Verletzten. Ich hoffe, dass nicht weitere Tote zu beklagen sind und die Verletzten alle schnell vollständig genesen.

Regionalexpress entgleist

Bei dem schweren Zugunglück zu Beginn der Pfingstferien in Bayern sind in Garmisch-Partenkirchen mindestes fünf Menschen ums Leben gekommen. Ein Regionalexpress entgleiste am Freitag auf dem Weg von Garmisch nach München, Waggons kippten um. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden zudem etwa 30 Menschen verletzt, 15 von ihnen kamen in Krankenhäuser.

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Drei Tote wurden mittlerweile nach Polizeiangaben geborgen. Ein weiteres Opfer war am Freitag auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Unter den vier bestätigten Toten befanden sich den Angaben zufolge keine Kinder. Ein Polizeisprecher erklärte am Morgen, es sei nicht ausgeschlossen, dass unter dem Waggon noch weitere Opfer gefunden werden könnten. Laut dem Bayerischen Innenminister handelt es sich bei den vier Toten um Frauen. Weitere sieben Personen werden zurzeit noch vermisst.

RND/dpa/dre

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