Trump verdient eine Antwort

Ein Mann der klaren Worte: Donald Trump.

Ein Mann der klaren Worte: Donald Trump.

Hannover. Nie zuvor hat ein US-Präsident die Nato als überflüssig bezeichnet und den Zerfall der EU propagiert. Im Gegenteil. Seit dem Zweiten Weltkrieg lagen in immer enger werdenden Bündnissen Wesen und Stärke des Westens. Mit Trump wird nun erstmals das Zerstörerische Programm.

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Zeichen gab es genug. Als ersten Europäer empfing Trump den Brexit-Propagandisten Nigel Farage. Dieser Tage saß die Chefin von Frankreichs Nationaler Front, Marine Le Pen, im Foyer des Trump Towers in New York; was sie dort erreichte, blieb unklar. Vielleicht wollte sie, nachdem ihr bereits russische Geldgeber geholfen hatten, um weitere Unterstützung bitten im Kampf gegen ein geeintes Europa.

Wie viele Beweise von Trumps Feindseligkeit will man in Berlin noch abwarten? Wie oft noch wollen die Deutschen es sich beispielsweise bieten lassen, dass Trump sich mal eben ein Unternehmen wie BMW herausgreift und ihm mit finanziellen Nachteilen droht? Solche zynischen Spielchen können nicht nur Anleger verunsichern, sondern auch Investitionen bremsen und damit am Ende Arbeitsplätze vernichten.

Trump muss zur Vernunft gebracht werden

Trump muss zur Vernunft gebracht werden. Er verdient eine Antwort, schnell und in einer Sprache, die er versteht. Mit feinen Ziselierungen muss man sich nicht aufhalten, Appelle an staatsmännische Größe würden ins Leere gehen. Reden wir lieber ganz schlicht über Europa, über den Zugang zu dem mit 500 Millionen Einwohnern größten Binnenmarkt der westlichen Welt. Glaubt Trump, er könne nach Art eines allmächtigen Potentaten mit Strafzöllen drohen, ohne seinerseits Konsequenzen fürchten zu müssen? So viele iPhones und iPads wie in der EU können die Amerikaner trotz intensivster Werbung in Idaho und Nebraska nie verkaufen.

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Warum sollte man die Dominanz von Amazon und Starbucks dulden – wenn die USA ihrerseits dichtmachen? Diese Debatte könnte Berlin nicht nur in Europa, sondern auch in China und weiteren Staaten Asiens anstoßen. Angela Merkel hat im leisen Knüpfen handelsfreundlicher Netzwerke schon einige Erfahrung. Viele Wirtschaftsführer, auch in den USA, sehen mittlerweile ihr größtes Risiko in Trump. Glaubt jemand im Ernst, in der nationalen Aufwallung liege das Ende der Geschichte? Alle ahnen doch, dass gerade das Land von Google und Facebook bald schon ganz andere Führungsfiguren hervorbringen könnte als einen selbstverliebten nationalpopulistischen Baulöwen. Die Koalition gegen Trump muss und wird bald konkrete Konturen annehmen.

Von RND/Matthias Koch

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