Trump verteidigt seinen Anruf bei Soldaten-Witwe

Myeshia Johnson bei der Beerdigung ihres im Einsatz getöteten Mannes La David Johnson.

Myeshia Johnson bei der Beerdigung ihres im Einsatz getöteten Mannes La David Johnson.

Washington. US-Präsident Donald Trump hat seinen Anruf bei der Witwe eines gefallenen Soldaten verteidigt. Die Unterhaltung sei „sehr respektvoll“ gewesen und er habe den Namen des getöteten US-Militärangehörigen von Anfang an erwähnt, teilte Trump am Montag bei Twitter mit.

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Zuvor hatte die schwangere Frau des Soldaten in der Sendung „Good Morning America“ von ABC gesagt, Trump habe sich in dem Telefonat mit ihr vergangene Woche nicht an den Namen ihres Mannes erinnern können. Trumps Ton in dem Gespräch habe sie verärgert.

Die Aussagen von Trump und der Witwe Myeshia Johnson sind Teil eines Streits darüber, wie Trump auf die Nachricht reagierte, dass vier US-Soldaten am 4. Oktober im afrikanischen Land Niger getötet worden waren.

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Die demokratische Kongressabgeordnete Frederica Wilson hatte Trump vorgeworfen, in dem Anruf gefühllos gewesen zu sein, indem er der Witwe gesagt habe, ihr Mann habe gewusst, „wofür er sich einschrieb“. Trump beschuldigte Wilson, die Aussage erfunden zu haben.

Johnson bestätigte am Montag Wilsons Darstellung. Die Kongressabgeordnete sei eine langjährige Freundin und habe sich mit der Familie im Auto befunden, als Trump angerufen habe. Sie habe per Lautsprecher zugehört.

Kriegveteran John McCain wirft Trump Drückebergerei vor

Trump habe den Namen ihres Mannes nur abrufen können, weil er nach eigenen Angaben dessen Bericht vor ihm gehabt habe, sagte Johnson. Der Soldat und drei Kameraden waren bei einem Angriff von Extremisten mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat in Afrika ums Leben gekommen.

Zuletzt hatte der republikanische US-Senator und Vietnamkriegsveteran John McCain Trump indirekt Drückebergerei vor dem Kriegsdienst vorgeworfen. In einem am Sonntag gesendeten

Interview des Fernsehsenders C-Span

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sagte er, die damals in den USA geltende Wehrpflicht habe nur die ärmsten in Amerika zum Kriegsdienst in Vietnam herangezogen, während die „auf der höchsten Einkommensebene einen Arzt gefunden hatten, der ihnen einen Knochensporn attestieren würde“.

US-Senator John McCain

US-Senator John McCain

Trump ist damals fünf Mal vom Militärdienst zurückgestellt worden. In einem Attest hieß es, er habe Knochensporne in seinen Füßen. Trumps Wahlkampfteam hatte im vergangenen Jahr erklärt, es habe sich um ein vorübergehendes Gesundheitsproblem gehandelt.

Die beiden Republikaner stehen sich in zunehmend öffentlich erklärter Abneigung gegenüber. Trump hatte 2015 erklärt, er betrachte den früheren Marinepiloten McCain nicht als Kriegshelden, der 1967 über Nordvietnam abgeschossen wurde und fünfeinhalb Jahre in nordvietnamesischer Gefangenschaft aushalten musste. Er schätze Leute, die sich nicht gefangen nehmen lassen, sagte Trump damals.

McCain hat seit Trumps Amtsantritt mehrmals dessen Politik hart kritisiert. Vergangene Woche rügte er die Außenpolitik unter Trump als „halb garen, unechten Nationalismus“, was den Präsidenten zur Erwiderung veranlasste, er werde das nicht auf sich sitzen lassen und seine Reaktion „wird nicht nett sein“. Dann folgende Vorhaltungen Trumps wegen McCains Verweigerung gegenüber der von ihm angestrebten Gesundheitsreform erwiderte der Senator so: „Ich habe es mit härteren Gegnern zu tun gehabt“.

Von ap/RND

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