Tusk: Brexit ist für Großbritannien Strafe genug

EU-Ratspräsident Donald Tusk.

EU-Ratspräsident Donald Tusk.

Barrow. Die Europäische Union will den Brexit in zwei Schritten verhandeln – zuerst die Trennung, dann die Grundlagen für die Zusammenarbeit mit Großbritannien nach dem EU-Austritt. Auf dieser Abfolge beharrt EU-Ratspräsident Donald Tusk in seinem neunseitigen Entwurf der Leitlinien für die zweijährigen Verhandlungen, die am Freitag in Brüssel bekannt wurden.

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Er stellt sich damit gegen die Wünsche Großbritanniens, das am Mittwoch den Ausstieg aus der Gemeinschaft beantragt hatte. Premierministerin Theresa May fordert, Trennung und künftige Beziehungen zusammen zu vereinbaren. Bei dem scheinbar kleinteiligen Streit geht es darum, in den Verhandlungen Druckmittel in der Hand zu behalten.

EU verlangt Rechtssicherheit für EU-Bürger in Großbritannien

In Tusks Entwurf ist von einem „Phasen-Ansatz“ die Rede. Ziel in der ersten Phase sei die „Entflechtung“ Großbritanniens aus der EU und „größtmögliche Klarheit und Rechtssicherheit für Bürger, Unternehmen, Betroffene und internationale Partner bei den unmittelbaren Auswirkungen des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Union“.

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Es geht insbesondere um die rund 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien, vor allem ihre Aufenthalts- und Arbeitsrechte und Ansprüche an die Sozialversicherungen. Zweites Topthema ist die Schlussrechnung für Großbritannien für die milliardenschweren Verpflichtungen während der EU-Mitgliedschaft. Erst wenn die EU ausreichende Fortschritte bei diesen sehr schwierigen Themen feststellt, will sie in einer zweiten Phase über Grundlagen der künftigen Beziehungen sprechen.

Die EU werde das Vereinigte Königreich bei den Austrittsgesprächen nicht bestrafen, sagte der EU-Ratspräsident. Der Brexit selbst sei Strafe genug, erklärte Tusk.

Von dpa/AP/RND

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