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Russlands Krieg

Ukraine: Alle Kinder und Frauen aus Azovstal-Stahlwerk in Mariupol evakuiert

Ein Mann und ein Mädchen, die einen Unterschlupf im Stahlwerk Asovstal verlassen haben, gehen zu einem Bus und werden von einem Soldaten der russischen Armee im Dorf Bezimenne im Bezirk Mariupol begleitet.

Aus dem von russischen Truppen belagerten Stahlwerk in der südukrainischen Hafenstadt Mariupol sind nach ukrainischen Angaben vom Samstag alle Frauen, Kinder und alten Menschen evakuiert worden. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk teilte mit: „Der Befehl des Präsidenten ist ausgeführt worden: „Alle Frauen Kinder und Alten sind aus Azovstal evakuiert worden. Dieser Teil der Mariupoler humanitären Operation ist abgeschlossen.“ Ob unter den verbliebenen Männern noch Zivilisten sind, ließ sie zunächst offen.

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Die russische Nachrichtenagentur Tass hatte gemeldet, 50 Zivilisten hätten das Stahlwerk, die letzte Bastion ukrainischen Widerstands in der Hafenstadt, am Samstag verlassen. Eine ähnlich große Gruppe wurde am Freitag evakuiert. Insgesamt haben in den vergangenen Tagen rund 500 Menschen das Stahlwerk und Mariupol verlassen können. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner Videoansprache am Samstagmorgen, „einflussreiche Staaten“ seien in die Bemühungen eingeschaltet, auch die ukrainischen Soldaten aus dem Stahlwerk zu retten.

Verbliebene ukrainische Kämpfer wollen sich nicht ergeben

Die verblieben ukrainischen Kämpferinnen und Kämpfer haben geschworen, sich nicht den russischen Belagerern zu ergeben. Deren Artillerie feuerte auch am Samstag in den riesigen Komplex mit unterirdischen Tunneln und Anlagen. Ein erklärtes russisches Ziel ist die völlige Einnahme der strategisch wichtigen Hafenstadt bis zum 9. Mai, dem Nationalfeiertag zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

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Eindrücke vom Asow-Stahlwerk in Mariupol.

Eindrücke vom Asow-Stahlwerk in Mariupol.

Auf dem Gelände der Azovstal-Fabrik waren wochenlang Zivilistinnen und Zivilisten unter katastrophalen Bedingungen eingeschlossen. In Videobotschaften hatten sie die Weltgemeinschaft um Hilfe angefleht. Begleitet von Sorgen vor einer möglichen Ausweitung des russischen Angriffskriegs war in Mariupol am Samstag die vorerst letzte Phase einer groß angelegten Evakuierungsaktion angelaufen.

Schwere Kämpfe an anderen Fronten

Die jüngste Evakuierungsmission kam mithilfe der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zustande. Russlands Militär hatte dafür seit Donnerstag jeden Tag mehrstündige Feuerpausen in der völlig zerstörten Stadt am Asowschen Meer zugesichert.

Von anderen Fronten wurden allerdings schwere Kämpfe gemeldet. Ukrainischen Angaben und westlichen Berichten zufolge gab es Erfolge bei Gegenangriffen in der ostukrainischen Region um Charkiw, obwohl die zweitgrößte Stadt des Landes weiter unter russischen Beschuss lag. Das ukrainische Militär meldete die Rückeroberung von fünf Dörfern und Teilen eines sechsten nahe Charkiw.

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Wochenlange Belagerung von Mariupol

Allerdings sollen auch in anderen Teilen Mariupols, wo vor dem Krieg mehr als 400.000 Menschen lebten, noch weitere Menschen ausharren – und die Zeit wird knapp. Die vorerst letzte von Russland zugesagte Waffenruhe sollte am Samstagabend enden.

Selenskyj forderte die Menschen im Land auf, wegen des russischen Nationalfeiertags am Montag mit schweren russischen Angriffen zu rechnen und deshalb bei Luftalarmen unbedingt in Schutzräume zu gehen.

Ziel der russischen Truppen ist seit der abgebrochenen Belagerung Kiews die Eroberung der gesamten Donbass-Region sowie des Südens der Ukraine, um Kiew den Zugang zum Schwarzen Meer abzuschneiden. Am Samstag schlugen sechs von russischen Flugzeugen abgefeuerte Marschflugkörper in der Hafenstadt Odessa ein. Auf sozialen Medien veröffentlichte Videos zeigten dichte schwarze Rauchwolken über Odessa. Ukrainische Truppen griffen offenbar auch die Schlangeninsel im Schwarzen Meer an, die Russland zu Beginn des Krieges erobert hatte.

RND/dpa/ar

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