4000 Teilnehmer

Wenige Teilnehmer bei G7-Großdemo in München – Neun Festnahmen

25.06.2022, Bayern, München: Teilnehmer halten ein Banner mit der Aufschrift "Fight G7" in der Stadt bei einer Demonstration der G7-Kritiker für einen besseren Klima- und Artenschutz und gegen Hunger und Armut. Zur Demonstration in München haben 15 globalisierungskritische Verbände aufgerufen. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien.

25.06.2022, Bayern, München: Teilnehmer halten ein Banner mit der Aufschrift "Fight G7" in der Stadt bei einer Demonstration der G7-Kritiker für einen besseren Klima- und Artenschutz und gegen Hunger und Armut. Zur Demonstration in München haben 15 globalisierungskritische Verbände aufgerufen. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien.

München. Die angekündigte Großdemonstration zum G7-Gipfel in München hat am Samstag deutlich weniger Teilnehmer angezogen als erwartet. Die Polizei sprach mehr als zwei Stunden nach Beginn der Veranstaltung von etwa 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter gaben 6000 Protestierende an. Ursprünglich war mit mindestens 20.000 Menschen gerechnet worden.

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Eine Sprecherin der Veranstalter sagte, dass man die Ursache für die geringe Teilnahme allerdings noch nicht bewerten könne. Der Anmelder der Kundgebung, Uwe Hiksch von den Naturfreunden, meinte, dass das deutlich unter dem sei, „was wir erwartet haben“. Es habe sich aber schon seit etwa eineinhalb Wochen abgezeichnet, dass die Mobilisierung nicht so stark sei.

25.06.2022, Bayern, München: Eine Gruppe Demonstranten steht Polizisten auf der Theresienwiese gegenüber bei einer Demonstration der G7-Kritiker für einen besseren Klima- und Artenschutz und gegen Hunger und Armut. Zur Demonstration in München haben 15 globalisierungskritische Verbände aufgerufen. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien.

25.06.2022, Bayern, München: Eine Gruppe Demonstranten steht Polizisten auf der Theresienwiese gegenüber bei einer Demonstration der G7-Kritiker für einen besseren Klima- und Artenschutz und gegen Hunger und Armut. Zur Demonstration in München haben 15 globalisierungskritische Verbände aufgerufen. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien.

„Wir haben den Eindruck, dass ganz viele Menschen durch den Krieg in der Ukraine verunsichert sind“, sagte Hiksch. Gerade im rot-grünen Spektrum, das man normalerweise für so eine Demo mobilisiere, gebe es derzeit viele Menschen, die sagten: „Es ist jetzt nicht die Zeit, dass man eine Gegenposition zu den Regierungschefs bezieht.“

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„Wir sind enttäuscht“

Aktivisten zeigten sich schon am Anfang des Protests verwundert und überrascht über den geringen Zulauf bei einer Startkundgebung auf der Theresienwiese. „Wir sind enttäuscht“, sagte die 46-jährige Andrea von Greenpeace aus Hannover. Es wirke so, als ob nur Organisationen vor Ort seien, aber niemand aus der Bevölkerung.

Ähnlich äußerte sich der 50-jährige Thorben Becker aus Berlin, der für den Bund für Umwelt und Naturschutz nach Bayern gefahren war. Er hätte sich mehr Demonstranten erhofft, aber es gebe derzeit nicht das eine Aufregerthema wie TTIP oder Trump, das die Leute mobilisieren könne. Der Krieg in der Ukraine sei schlimm und betreffe viele Menschen, aber man spüre, dass sich die Politik ernsthaft bemühe, meinte er.

25.06.2022, Bayern, München: Aktivisten der Organisation Oxfam tragen Masken der G7-Spitzenpolitiker (v.l.) Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, Fumio Kishida, Premierminister von Japan, Joe Biden, Präsident der USA, Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) , Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, und Mario Draghi, Ministerpräsident von Italien,. In der Stadt fand eine große Demonstration der G7-Kritiker für einen besseren Klima- und Artenschutz und gegen Hunger und Armut statt. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien.

25.06.2022, Bayern, München: Aktivisten der Organisation Oxfam tragen Masken der G7-Spitzenpolitiker (v.l.) Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, Fumio Kishida, Premierminister von Japan, Joe Biden, Präsident der USA, Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) , Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, und Mario Draghi, Ministerpräsident von Italien,. In der Stadt fand eine große Demonstration der G7-Kritiker für einen besseren Klima- und Artenschutz und gegen Hunger und Armut statt. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien.

Die Mobilisierung sei schleppend gelaufen, sagte auch Florian Kaiser vom Bund Naturschutz in Bayern. Woran das liege, wisse er aber nicht. Möglicherweise halte das gute Wetter auch Menschen ab. Er sei nicht enttäuscht, habe sich aber „freilich mehr erhofft“, sagte Kaiser.

Neun Festnahmen – 3000 Einsatzkräfte vor Ort

Nach einer Bilanz der Polizei sind am Samstag neun Menschen im Rahmen der G7-Demo festgenommen worden. In je drei Fällen sei es um gefährliche Körperverletzung und Verstöße gegen das Vermummungsverbot bei Versammlungen gegangen, in zwei Fällen um Angriffe auf Polizisten, teilte die Polizei nach dem Ende der Abschlusskundgebung mit.

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Eine weitere Festnahme einer nach Polizeiangaben gesuchten Person gegen Ende des Protestzugs hatte eine kurzzeitige Konfrontation mit Protestierenden ausgelöst. Dabei wurden den Angaben zufolge zwei Beamte leicht verletzt. Polizisten hätten dabei auch Schlagstöcke eingesetzt. Kurz zuvor hatten Demonstranten mehrere Rauchtöpfe gezündet. In diesem Zusammenhang werde nun wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt, teilte die Polizei mit.

G7 Protest auf der Münchner Theresienwiese mit anschließendem Demonstrationszug. Ein großes Polizeiaufgebot begleitet die G7 Gegner auf der Strecke.

G7 Protest auf der Münchner Theresienwiese mit anschließendem Demonstrationszug. Ein großes Polizeiaufgebot begleitet die G7 Gegner auf der Strecke.

Eine Sprecherin des Protestbündnisses „Stop G7 Elmau“ verurteilte am Samstag „das gewaltvolle Vorgehen der Polizei“. Mehrere Menschen seien durch die Beamten verletzt worden. „Das polizeiliche Handeln war ungerechtfertigt, aber nicht überraschend.“

Die Demo fand einen Tag vor Beginn des Gipfels in Elmau statt. Es hatten 15 globalisierungskritische Verbände von Attac bis zur Umweltorganisation WWF aufgerufen. Die Kundgebung hatte vier Schwerpunkte: den Ausstieg aus fossilen Energien, den Erhalt von Tier- und Pflanzenvielfalt, die soziale Gerechtigkeit auf dem Planeten und die Bekämpfung des Hungers. „Klimakrise, Artensterben, Ungleichheit: Die G7-Staaten tragen Verantwortung dafür, dass sich die weltweiten sozialen und ökologischen Krisen immer dramatischer zuspitzen. Schluss damit. Gerecht geht anders“, heißt es im Aufruf zur Teilnahme.

G7-Staaten sehen ernsthafte Bedrohung der Nahrungsmittelsicherheit

In einer gemeinsamen Erklärung der G7-Staaten hieß es, Russlands Krieg verschärfe die Nahrungsmittelkrise.

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Die Münchner Polizei hatte nach offiziellen Angaben rund 3000 Einsatzkräfte bei der Protestversammlung im Einsatz. Es war befürchtet worden, dass ein schwarzer Block für Unruhe sorgen könnte. Letztlich wurden etwa 100 bis 150 Personen von der Polizei diesem Spektrum zugeordnet, zu Zwischenfällen kam es zunächst allerdings nicht. Schon vor der Veranstaltung hatte es geheißen, dass die Mobilisierung aktuell nicht so stark wie beim G7-Gipfel vor sieben Jahren sei.

Der G7-Gipfel ist wie schon im Jahr 2015 auf Schloss Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu Gast. Von Sonntag bis Dienstag treffen sich dort die Staats- und Regierungschefs von sieben führenden westlichen Industriestaaten und einigen Gastländern. Neben Deutschland gehören der G7-Gruppe die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan an. Insgesamt sind rund 18 000 Polizistinnen und Polizisten rund um den Gipfel im Einsatz.

RND/dpa

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