Waffen für die Ukraine

Leopard 2: Was er kann und wie er sich vom amerikanischen M1-Abrams unterscheidet

Der US-Panzer vom Typ Abrams. Hier während der Zeremonie zur Vertragsunterzeichnung über den Kauf von 250 Abrams-Panzern für die polnische Armee bei Warschau.

Der US-Panzer vom Typ Abrams. Hier während der Zeremonie zur Vertragsunterzeichnung über den Kauf von 250 Abrams-Panzern für die polnische Armee bei Warschau.

Nach monatelangem Zögern will Bundeskanzler Scholz nun doch Leopard 2-Panzer an die Ukraine liefern. Dafür hatte er in der Vergangenheit eine Bedingung genannt: Die USA sollen im Gegenzug Kampfpanzer des Typs M1-Abrams liefern.

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Was zeichnet den deutschen Kampfpanzer Leopard 2 aus und was unterscheidet ihn vom amerikanischen M1-Abrams? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Wodurch unterscheiden sich Kampfpanzer von anderen Panzern?

Neben leichten Waffen und Munition hat Deutschland bereits Panzerhaubitzen, Flugabwehrsysteme und den Flak-Panzer Gepard an die Ukraine geliefert. Zudem ist die Lieferung von 40 Schützenpanzern des Typs Marder bis Ende März zugesagt. Nur mit Kampfpanzerlieferungen hatte sich Deutschland bislang zurückgehalten. Wodurch unterscheiden sich Kampfpanzer von anderen Panzern?

Kampfpanzer (engl. Main Battle Tank) wie der Leopard 2 zeichnen sich laut Bundeswehr durch die Kombination aus starker Panzerung, hoher Beweglichkeit und „überlegener Feuerkraft“ aus. Ihre Hauptaufgabe ist die Bekämpfung feindlicher Kampfpanzer und befestigter Stellungen.

Deutsche sehen Panzerlieferungen an die Ukraine mehrheitlich skeptisch

Deutschland und weitere westliche Staaten liefern Panzer an die Ukraine. In einer Umfrage spricht sich eine Mehrheit der Befragten aber dagegen aus.

Schützenpanzer (engl. Mechanised Infantry Combat Vehicle) wie der Marder dagegen sind – daher auch der Name – auf den Schutz und Transport von Schützen ausgelegt. Sie sind leichter gepanzert und können dafür aber bis zu zehn Panzergrenadiere transportieren. Die Panzer sind zwar auch bewaffnet, ihre zentrale Aufgabe ist aber nicht der Kampf, sondern sie dienen als Unterstützung im Gefecht.

Die USA haben angekündigt, 90 gepanzerte Fahrzeuge vom Typ „Stryke“ zu liefern. Das berichtete die „New York Times“. Sie ähneln Schützenpanzern in dem Sinne, dass ihre zentrale Aufgabe nicht der Kampf ist. Stattdessen sollen sie viel Schutz vor Angriffen bieten und werden hauptsächlich zur Aufklärung und zum Transport eingesetzt.

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17.01.2023, Niedersachsen, Hannover: Boris Pistorius (SPD), bisheriger Innenminister von Niedersachsen und künftiger Bundesverteidigungsminister, spricht bei einem Pressestatement im niedersächsischen Innenministerium. Nach dem Rücktritt von Verteidigungsministerin Lambrecht (SPD) wird der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) ihr Nachfolger. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Boris Pistorius: der Überraschungsminister für Verteidigung

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius soll neuer Verteidigungsminister werden. Bundeskanzler Olaf Scholz lobt dessen Erfahrung und „großes Herz“ – sein Versprechen einer paritätischen Kabinettsbesetzung hält er nicht ein. Schon in dieser Woche muss Pistorius die erste Klippe als Minister meistern.

Es ist also ein qualitativer Unterschied, ob die USA Kampfpanzer oder Radschützenpanzer in die Ukraine liefert. Einer, der in der Frage, ob sich Deutschland mit Kampfpanzerlieferungen zur Kriegspartei macht, eine Rolle spielen könnte.

Was zeichnet den Leopard 2 aus?

Der Kampfpanzer Leopard 2 wurde in Deutschland entwickelt und gilt als einer der modernsten Panzer weltweit. Eine der wichtigsten Ausstattungen ist die 120-Millimeter-Glattrohrkanone. Damit können die Soldatinnen und Soldaten nach Darstellung der Bundeswehr stehend und fahrend Ziele in bis zu fünf Kilometern Entfernung bekämpfen.

Der Leopard 2 hat 1500 PS und kann bei einem Gewicht von rund 64 Tonnen fast 70 km/h schnell fahren. Außerdem kann der Panzer Gewässer von bis zu vier Metern Tiefe durchfahren und kann – unter anderem wegen eines Wärmebildgeräts – auch nachts eingesetzt werden.

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Das deutsche Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann hat seit Beginn der Produktion im Jahr 1978 mehr als 3500 Leopard 2-Panzer gebaut. Die aktuelle Version des Kampfpanzers ist der Leopard 2 A7. Sie wird seit 2014 ausgeliefert. Er ist rund elf Meter lang, drei Meter hoch und 3,75 Meter breit.

Der Leopard 2 wird mit einem vergleichsweise sparsamen Dieselmotor betrieben. Auf 100 Kilometern verbraucht er bis zu 530 Liter Treibstoff. Seine Besatzung besteht aus einem Kommandanten, einem Richtschützen, einem Ladeschützen und einem Fahrer.

Was kann der M1-Abrams?

Der Kampfpanzer M1-Abrams ist so etwas wie das US-amerikanische Pendant zum Leopard 2. Er ist ebenfalls mit einer 120-Millimeter-Glattrohrkanone ausgestattet, die die US Army allerdings M256 nennt. Wie beim Leopard 2 haben vier Personen Platz in dem Kampfpanzer. Auch was Leistung und Größe angeht, gleicht er dem deutschen Panzer.

Die wesentlichen – und für eine Entscheidung für oder gegen eine Lieferung ausschlaggebenden – Unterschiede liegen in der Handhabung. Der M1-Abrams gilt als „sehr kompliziert“. Das sagte US-Verteidigungsstaatssekretär Colin Kahl am vergangenen Mittwoch. Denn der Kampfpanzer wird von einem Gasturbinentriebwerk angetrieben.

Infografik: Der US-Kampfpanzer M1A1 Abrams.

Infografik: Der US-Kampfpanzer M1A1 Abrams.

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Statt Diesel braucht er Flugzeugtreibstoff für die Gasturbinenmotoren. Und davon gar nicht wenig: Pro Meile benötige er etwa drei Gallonen Kerosin, schätzt Kahl. Das sind etwa sieben Liter Kerosin pro Kilometer.

Der Vorteil der Gasturbinenmotoren: Sie haben mehr Leistung, ohne den Panzer dadurch viel schwerer zu machen. Das leichte, leistungsstarke Triebwerk sorgt dafür, dass der Ambrams schneller fahren und besser manövrieren kann als die meisten vergleichbaren Kampfpanzer. Außerdem sind die Motoren kleiner, sodass im Panzer mehr Platz für andere Dinge bleibt.

Die Ausbildung an der Maschine dauere allerdings sehr lange, die Wartung sei kompliziert. Ned Price, Sprecher des US-Außenministeriums, betont, man wolle den Streitkräften das zur Verfügung stellen, was sie effektiv auf dem Schlachtfeld einsetzen könnten. „Wir wollen unseren ukrainischen Partnern keine Systeme aufbürden, die sie nicht nutzen können, Systeme, die sie nicht reparieren können, Systeme, die sie nicht überholen können“, sagte er.

Zudem ist der Panzer mit einem Gewicht von fast 74 Tonnen auch logistisch eine Herausforderung, denn viele Brücken sind nicht für derartige Belastungen ausgelegt.

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