„Luftbrücke“ nach Antalya

Wie Russen in der Türkei den Tourismus retten

Beliebtes Urlaubsziel an der türkischen Mittelmeerküste: Antalya ist in diesen Monaten vor allem bei Russen beliebt.

Beliebtes Urlaubsziel an der türkischen Mittelmeerküste: Antalya ist in diesen Monaten vor allem bei Russen beliebt.

Es ist eine Art Luftbrücke: Zwischen zwei und drei Uhr früh starten die Jets der Turkish Airlines im Fünfminutenabstand vom Moskauer Flughafen Wnukowo Richtung türkische Riviera. Zehn Flüge gibt es innerhalb von etwas mehr als 60 Minuten. Mittags folgt zwischen 13 und 14 Uhr eine zweite Welle. Mehr als 30 Flüge gibt es täglich zwischen Moskau und türkischen Urlaubszielen. Dazu kommen Verbindungen aus anderen russischen Städten. Allein in Antalya kommen täglich rund 80 Flieger aus Russland an.

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Nicht zuletzt den russischen Gästen ist es zu verdanken, dass sich die Strände an den türkischen Küsten nach zwei Jahren Corona-Flaute wieder füllen. „Wohlhabende Russen, die früher zu teuren Destinationen in Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland reisten, kommen jetzt wegen der Luftverkehrsrestriktionen der westlichen Länder in die Türkei“ berichtet Bülent Bulbuloglu, Vizepräsident der türkischen Hoteliers-Föderation Turofed.

In Antalya gibt es jetzt russische Speisekarten – Deutsche trotzdem größte Reisegruppe

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres kamen 23 Millionen ausländische Gäste in die Türkei. Das war ein Anstieg von 128 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2022 rechnet Tourismusminister Mehmet Ersoy mit 47 Millionen Besuchern und Einnahmen von 37 Milliarden Dollar – Devisen, die das Land dringend braucht. Attraktiv ist die Türkei nicht zuletzt wegen ihres günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Die türkische Lira hat im vergangenen Jahr 40 Prozent und seit Beginn dieses Jahres weitere 27 Prozent an Wert verloren. Dadurch verbilligt sich der Türkei-Urlaub für Ausländer. Für 100 Euro bekam man vor einem Jahr rund 1000 Lira, heute sind es 1800.

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23.08.2022, Kanada, Toronto: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) blickt am Rande des deutsch-kanadischen Wirtschaftsforums auf Toronto. Im Mittelpunkt der Reise steht die Zusammenarbeit beider Länder im Klima- und Energiebereich. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie Scholz die Energieversorgung zur Chefsache macht

Der Kanzler und sein Vize haben bei ihrer Reise nach Kanada ein Abkommen eingefädelt, das Deutschland ab 2025 die Lieferung von Wasserstoff bescheren soll. Das nordamerikanische Land ist für Scholz mehr als ein Geschäftspartner: Er spricht von „Freundschaft“ und „Verwandtschaft“. Alle Wünsche Deutschlands kann aber auch der neue Traumpartner nicht erfüllen.

Die größte Gruppe stellten die Deutschen mit drei Millionen Besucherinnen und Besuchern. Auf Platz zwei folgt Russland mit 2,2 Millionen Gästen. Viele Hotels an der türkischen Riviera stellen sich auf die russischen Urlauber ein, mit russischsprachigem Personal, russischen Animateuren und russischen Speisekarten. Auch die türkischen Banken kommen den Gästen aus Russland entgegen: Fünf große türkische Kreditinstitute haben sich dem Zahlungssystem MIR angeschlossen, der russischen Alternative zum SWIFT-System, von dem sieben große russische Banken wegen der Sanktionen ausgeschlossen sind. Damit können Besucherinnen und Besucher aus Russland mit ihren Bankkarten an vielen türkischen Geldautomaten Bargeld ziehen.

USA warnen die Türkei, keine Russland-Sanktionen zu unterlaufen

Das könnte allerdings zum Problem werden. Der Vizefinanzminister der USA, Wally Adeyemo, warnte jetzt in Briefen an türkische Wirtschaftsverbände vor Verstößen gegen die Russland-Sanktionen des Westens. Wer sie unterlaufe, riskiere Strafmaßnahmen der USA. Ausdrücklich hielt Adeyemo in dem Schreiben fest, türkische Banken, die mit sanktionierten russischen Finanzinstitutionen Transaktionen abwickelten, könnten keine Geschäftsbeziehungen zu amerikanischen Banken mehr unterhalten. In einem Telefongespräch mit seinem türkischen Amtskollegen äußerte Adeyemo Ende vergangener Woche die Besorgnis, russische Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen benutzten die Türkei, um die Sanktionen zu umgehen.

Türkei und Ukraine unterzeichneten Vereinbarung über Wiederaufbau

Das Treffen war das erste persönliche Gespräch Erdogans mit Selenskyj seit der russischen Invasion.

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Nach der russischen Invasion in der Ukraine hatten mehrere sanktionierte russische Milliardäre ihre Luxusjachten in türkischen Häfen geparkt. Außenminister Mevlüt Cavusoglu hieß russische Oligarchen in der Türkei ausdrücklich willkommen. Für Argwohn in den USA sorgt auch, dass der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin Anfang August bei einem Treffen in Sotschi eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen ihrer Länder angekündigt hatten.

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