Wie viele Frauen in Deutschland abtreiben – und wieso

Frauen bei einer Demonstration gegen die Paragrafen 218 und 219a, die Schwangerschaftsabbrüche und das Werbeverbot regeln.

Frauen bei einer Demonstration gegen die Paragrafen 218 und 219a, die Schwangerschaftsabbrüche und das Werbeverbot regeln.

Berlin. Wenn eine Frau ungewollt Schwanger wird, steht sie vor einer wichtigen Entscheidung: Das Kind bekommen, oder nicht? Die Entscheidung ist so individuell, wie es jede einzelne Frau ist.

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Das Statistische Bundesamt hat aufgeschlüsselt, wie viele Frauen sich letztlich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, wie alt die Frauen sind und welche Beweggründe und Informationen sie für diese Entscheidung hatten. Die Zahlen im Überblick:

Die Anzahl

134.964 Abtreibungen gab es noch im Jahr 2001. Seitdem ist die Zahl stetig gesunken. Das Statistische Bundesamt verzeichnete im Jahr 2016 den niedrigsten Stand (98.721
Abtreibungen). Für das Jahr 2018 sind bislang nur die ersten drei Quartale bekannt. Von Januar bis September gab es 76.365 Eingriffe.

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Das Alter

Die meisten Abtreibungen lassen dabei der Statistik zufolge Frauen im Alter von 18 bis 34 Jahren durchführen. Sie hatten 2018 einen Anteil von 72 Prozent. 17 Prozent der Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden, waren zwischen 35 und 39 Jahre alt, rund acht Prozent waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von drei Prozent.

Rund 39 Prozent der Frauen hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamt vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Lebendgeburt.

Die Infos

Die Bundesärztekammer soll eine zentrale Liste mit Ärzten, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen führen, die Abbrüche vornehmen - mit Angaben zu angewandten Methoden.

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Die Liste soll monatlich aktualisiert und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Internet veröffentlicht werden.

Auch das Hilfetelefon "Schwangere in Not" soll die Liste für die Beratung bekommen.

Die Gründe

Fast alle gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche – nämlich 96 Prozent – erfolgten nach der gesetzlich vorgeschriebenen Beratung aus persönlichen Gründen.

Medizinische und kriminologische Gründe – also die Gesundheit der Schwangeren oder eine Vergewaltigung waren in vier Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch.

Die Methoden

Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (61 Prozent) wurden mit der Absaugmethode durchgeführt, bei 21 Prozent wurde ein Medikament eingesetzt.

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Der Ort

Die Eingriffe erfolgten dem Statistischen Bundesamt zufolge überwiegend ambulant: Rund 79 Prozent der Abbrüche wurden in gynäkologischen Praxen durchgeführt und 18 Prozent ambulant im Krankenhaus.

Sieben Prozent der Frauen hätten den Eingriff in einem Bundesland vornehmen lassen, in dem sie nicht wohnten.

Lesen Sie dazu auch: Was der Kompromiss zu Paragraf 219a wirklich für Patientinnen ändert

Von RND

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