Laut britischer Medien

Boris Becker soll nächste Woche aus britischem Gefängnis nach Deutschland abgeschoben werden

Arbeitete bereits von 2017 bis 2020 als «Head of Men's Tennis» für den deutschen Verband: Boris Becker.

Boris Becker soll schon nächste Woche nach Deutschland abgeschoben werden, heißt es.

Ex-Tennisstar Boris Becker soll bereits in der nächsten Woche nach Deutschland abgeschoben werden, berichtet die britische Zeitung „Mirror“ exklusiv. Quellen nannte das Boulevardblatt nicht. Aber der Text deckt sich mit einem Bericht der „Sun“ von Mitte November. Noch vor Weihnachten solle Becker freikommen, hatte die Zeitung unter Berufung auf eine Justizquelle damals geschrieben. Becker sei für ein Schnellverfahren zugelassen worden, das ausländischen Häftlingen eine deutlich frühere Entlassung ermöglicht, hieß es. Sein deutscher Anwalt Christian-Oliver Moser wollte das am Dienstag gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) allerdings nicht kommentieren.

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Becker war Ende April vom Londoner Southwark Crown Court zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden und saß seitdem in Großbritannien im Gefängnis. Er hatte seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen.

Kein Promibonus, sondern eine Sonderregel

Um einen Promi-Bonus für den dreifachen Wimbledon-Sieger, der in Großbritannien auch als BBC-Kommentator sehr beliebt ist, handelt es sich allerdings nicht. Vielmehr würde der 55-Jährige von einer Sonderregel profitieren. Demnach kommt jeder ausländische Häftling für ein Schnellverfahren in Frage, „der bis zu zwölf Monate vor dem frühesten Entlassungszeitpunkt aus dem Gefängnis entlassen und abgeschoben werden kann“.

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Im Jahr 2020/21 wurden mehr als 1100 Häftlinge unter diesem Programm abgeschoben. Das soll den Druck auf die überfüllten britischen Gefängnisse lindern. Der aus Leimen in Baden-Württemberg stammende Becker lebt zwar schon lange in Großbritannien, besitzt aber nicht die britische Staatsbürgerschaft.

Boris Becker: Tennis-Ikone soll bald nach Deutschland abgeschoben werden

Seit bald sieben Monaten ist Boris Becker im Gefängnis. Jetzt heißt es, er werde entlassen und nach Deutschland abgeschoben.

Becker sitzt im Huntercombe-Gefängnis

Nach britischem Recht dürfen Häftlinge eigentlich erst freikommen, wenn sie mindestens die Hälfte ihrer Strafe verbüßt haben. Wegen der Sonderregel für Ausländer könnte es bei Becker aber nun bei rund einem Viertel der Haftdauer bleiben.

Inhaftiert ist Becker im Huntercombe-Gefängnis westlich der britischen Hauptstadt. In der Anstalt für straffällig gewordene Männer aus dem Ausland haben die Insassen größere Freiheiten als unter den Hochsicherheitsbedingungen in der Haftanstalt Wandsworth, wohin Becker zunächst gebracht worden war.

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Rückkehr nach Großbritannien vorerst unwahrscheinlich

Unklar bleibt, wie Beckers Leben nach der Haft aussieht. Seit rund zehn Jahren lebt er in London, dem Ort seiner größten Erfolge - und seiner größten Niederlage. Doch zurückkehren kann er wahrscheinlich erst einmal nicht. Ihm werde nach der Abschiebung die Einreise nach Großbritannien verwehrt bleiben, bis seine Haftstrafe abgelaufen ist, heißt es in London. Das ist Ende Oktober 2024 der Fall. „Üblicherweise gibt es nach einer Abschiebung erst mal eine Sperre für das Land“, erklärte auch Promi-Anwalt Paul Vogel vor einigen Wochen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Wenn Becker nach Deutschland abgeschoben wird, wäre er ein freier Mann auf Bewährung. „Es wäre in dieser Konstellation aber wohl nicht so, dass er sich wöchentlich melden oder eine Therapie besuchen müsste. Er könnte sein Leben relativ frei gestalten“, erklärte Vogel dem RND.

Frage nach Arbeit könnte sich schneller klären als gedacht

Auch die Frage nach einer Arbeit könnte sich schneller klären als gedacht. Zwar hat die BBC bisher offen gelassen, ob sie Becker wieder beschäftigen wird. Beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) aber stünden ihm die Türen offen. „Wenn er seine Strafe abgesessen hat, spricht nichts dagegen, dass er wieder eine Funktion übernimmt“, hatte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff der „Sport Bild“ im November gesagt. Sein Versprechen: „Ich kann mir vieles für Boris vorstellen: Head of Men‘s Tennis, Repräsentant, Präsidium oder was auch immer. Salopp gesagt: Boris kann sich den Job aussuchen!“

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RND/hsc/mit dpa

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