Buch von Frank Schätzing: Jeder kann der Held der Klimakrise werden

Jeder kann die Welt retten, alle zusammen können das schaffen: Autor Frank Schätzing beim Kölner Ehrenamtstag 2019.

Jeder kann die Welt retten, alle zusammen können das schaffen: Autor Frank Schätzing beim Kölner Ehrenamtstag 2019.

Köln. Die Corona-Krise hat wenig Gutes mit sich gebracht, aber wenn es nach Greta Thunberg geht, dann gibt es in der Pandemie zumindest eine positive Erkenntnis: Die Menschheit kann entschlossen auf eine Krise reagieren, wenn sie denn nur will. „Dass die Leute tatsächlich Angst bekommen haben, das war es, was dafür gesorgt hat, dass wir gehandelt haben“, sagte die junge Klimaaktivistin kürzlich im schwedischen Radio. Auf die Klimakrise bezogen heißt das: Handeln ist möglich - wenn die drohende Klimakatastrophe denn endlich als wirklicher Krisenfall behandelt wird.

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Frank Schätzing steht an der Seite der Klimaaktivisten

Dass es dringend entschlossenen und umfassenden Klimaschutz braucht, darauf weisen Thunberg und die internationale Klimabewegung Fridays for Future seit nunmehr zweieinhalb Jahren hin. Wissenschaftler haben sich den jungen Klimakämpfern ebenso angeschlossen wie Prominente wie Hollywood-Star Leonardo DiCaprio und die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Nun bekommen sie auch tatkräftige Unterstützung eines deutschen Bestseller-Autoren: die von Frank Schätzing.

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Der Schriftsteller aus Köln hat ein neues Buch geschrieben - diesmal keinen dicken Thriller wie „Der Schwarm“ oder „Limit“, sondern sein zweites Sachbuch. Es heißt „Was, wenn wir einfach die Welt retten? Handeln in der Klimakrise“, ist am Donnerstag im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen und soll der Leserin und dem Leser aufzeigen, wie die Welt vor dem Klimakollaps bewahrt werden kann. „Wir können Einfluss nehmen. Wenn wir nur wollen“, schreibt Schätzing.

Schätzing: Größtes Problem ist nicht Corona sondern der Klimawandel

Bis dahin muss das größte Problem der Menschheit - ja, das ist nicht Corona, sondern der Klimawandel - vom Leser zunächst einmal von Grund auf verstanden werden. Schätzing erklärt deshalb in der ersten Hälfte des Buches die Grundlagen: Was ist der Klimawandel, was unterscheidet das Klima vom Wetter und warum ist all das so gefährlich, wenn es ein paar Grad wärmer wird und irgendwo in der fernen Arktis das Eis schmilzt? Ausgestattet mit diesem Wissen erklärt der „Schwarm“-Autor seinen Lesern dann, was auch sie selbst tun können, um diese Krise zu bekämpfen - und noch dazu ein schöneres Leben zu führen.

Was zunächst paradox klingt: Gerade die Corona-Krise hat Schätzing dazu gebracht, sein neues Buch dem Kampf fürs Klima zu widmen. „Ich hatte das Gefühl, ich muss was tun. Klar spielte auch die Situation im letzten Jahr eine Rolle“, sagte der 63-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Ein Jahr lang habe Corona alles überlagert und auch den Klimaschutz scheinbar in Vergessenheit geraten lassen.

Schätzing: „Ich glaube, 2021 wird ein Klimajahr“

Tatsächlich aber habe das Coronavirus den Menschen geholfen, Probleme wie die Erderwärmung und Pandemien im größeren Zusammenhang zu sehen. In Schätzings Worten: „Corona ist ein Arschloch, keine Frage. Aber es weitet unseren Blick fürs große Ganze.“ Und noch dazu sehnten sich die Menschen danach, etwas zu bewegen - und zu handeln. „Ich glaube, 2021 wird ein Klimajahr“, sagt Schätzing.

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Ob er einen Thriller wie zuletzt „Die Tyrannei des Schmetterlings“ oder ein Sachbuch wie früher auch „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ schreibt, das macht für den Autoren keinen Unterschied. „Ich bin Geschichtenerzähler. So gehe ich auch an Sachbücher heran.“ Je packender ihm das Erzählen gelinge, desto eher höre man ihm zu - und es gelingt, auch dank seines Talents für das Verknüpfen von Wissen, Spannung und Humor. „Es gibt nichts Spannenderes als die Netflix-Serie, in der wir leben“, sagt er. „So gesehen ist der Klimawandel ein Abenteuer, in dem jeder ein Held sein kann.“

Mit etwas Heldenmut von jedem lässt sich der Klimawandel meistern

Schätzing ist davon überzeugt, dass sich die Herausforderung des Klimawandels mit ein wenig Heldenmut aus Politik, Wirtschaft und von jedem Einzelnen meistern lässt. Mehr noch: Mehr Klimaschutz führe über kurz oder lang auch zu mehr Lebensqualität. Nach dem Motto: Weniger Billigfleisch, weniger „Geiz ist geil“, dafür mehr Qualität. „Wir werden Dinge wieder mehr wertschätzen“, ist er sich sicher.

Einen Unterschied zu Thunberg gibt es bei Schätzing: Während die junge Schwedin die Welt mit Aussagen wie „Ich will, dass ihr in Panik geratet“ wachgerüttelt hat, will der Schriftsteller den Menschen die Ängste nehmen - sowohl die vor der Erderwärmung als auch die, dass einem irgendetwas weggenommen werden solle. „Keinesfalls dürfen wir die Klimadiskussion, da sie endlich in der Mitte der Gesellschaft ankommt, in eine Schamdiskussion verwandeln“, schreibt er im Buch. „Nicht das Verbot ist die Antwort, sondern das richtige Maß.“

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Letztlich weist Schätzing wie auch Thunberg darauf hin, dass die Krise mit Volldampf angepackt werden muss: „Würde man die Klimakrise unter gleichem Hochdruck angehen wie Covid-19, wären wir bedeutend weiter“, schreibt Schätzing. Das Problem der Klimakrise sei gewaltig. Aber: „Die Chance, es zu lösen, ist noch viel gewaltiger.“

RND/dpa

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