Ernst August von Hannover und sein Sohn streiten um Marienburg: Prozess findet nicht statt

Ernst August Prinz von Hannover (Archivfoto).

Ernst August Prinz von Hannover (Archivfoto).

Hannover. Aufschub für den gerichtlichen Streit der Welfenprinzen um das Schloss Marienburg: Der Verhandlungstermin am Landgericht Hannover, zu dem Ernst August Prinz von Hannover und sein Sohn am Donnerstag persönlich erscheinen sollten, ist aufgehoben worden. Der Termin sei auf den 24. März 2022 verlegt worden, teilte das Landgericht Hannover am Dienstag mit. „Groben Undank“ hatte das Oberhaupt der Welfen, der Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaco, seinem Sohn vorgeworfen - und die Marienburg zurückverlangt. Ernst August Erbprinz von Hannover konterte, die Klage des Vaters sei „substanzlos“.

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Hintergrund der Terminaufhebung sei, dass der Anwalt von Ernst August (67) sein Mandat kurzfristig niedergelegt habe, sagte die Sprecherin des Landgerichts Hannover, Annika Osterloh, am Dienstag der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Ein neuer Anwalt habe sich legitimiert, er bedürfte aber noch der Einarbeitung, so Osterloh.

Laut Gericht kann ein Termin aus „erheblichen Gründen“ aufgehoben oder verlegt sowie eine Verhandlung vertagt werden. Eine Mandatsniederlegung könne ein solcher erheblicher Grund sein.

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 Das Schloss Marienburg in der Region Hannover.

Das Schloss Marienburg in der Region Hannover.

Ernst August Prinz von Hannover will die Marienburg zurück

Seit Ende 2020 ist die Klage anhängig. Damit verlangt Ernst August senior nach Angaben des Landgerichts Hannover nicht nur die Rückübereignung der Marienburg, sondern auch des Hausguts Calenberg in der Gemeinde Pattensen-Schulenburg und des Fürstenhauses Herrenhausen in Hannover. Er stützt demnach seinen Anspruch unter anderem auf den Widerruf einer Schenkung infolge „groben Undanks“, ungerechtfertigte Bereicherung und den Wegfall der Geschäftsgrundlage. Er hatte seinem Sohn den Grundbesitz 2004 und 2007 in vorweggenommener Erbfolge geschenkt.

Ernst August Erbprinz von Hannover sagte: „Alle Argumente der Klage sind in der Vergangenheit bereits außergerichtlich entkräftet worden. Der gerichtlichen Auseinandersetzung sehe ich vor diesem Hintergrund gelassen entgegen.“ Abseits dessen wolle er das Verfahren und die einzelnen Verfahrensschritte „mit Rücksicht auf meine Familie“ nicht kommentieren.

Der Erbprinz betonte auch: „Es gibt keinen Grund, sich um die Zukunft von Schloss Marienburg Sorgen zu machen.“ Die mit dem Land Niedersachsen gefundene Stiftungslösung sei rechtssicher abgeschlossen. „Dem langfristigen Erhalt der Marienburg als zentralem Kulturdenkmal Niedersachsens, das für alle öffentlich zugänglich bleibt, steht nichts im Wege“, sagte er. 2019 war die Familie in die Schlagzeilen geraten, weil der 38-Jährige das marode Schloss für einen Euro an die öffentliche Hand verkaufen wollte – gegen den Willen seines Vaters.

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RND/dpa

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