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Ehemaliger Kinderstar

„Momo“-Darstellerin: Was macht eigentlich Radost Bokel?

Als süßer Lockenkopf Momo wurde sie zum Publikumsliebling: Radost Bokel.

Sie teilt das Schicksal vieler Kinderstars: Bis heute kommt kein Artikel, keine Schlagzeile über Radost Bokel ohne die Erwähnung von „Momo“ (1986) aus. Als süßer Lockenkopf spielte sich die damals Zehnjährige in der Verfilmung des gleichnamigen Michael-Ende-Bestsellers in die Herzen des Kinopublikums. Dass sie bis heute über die Rolle definiert wird, stört Radost Bokel aber nicht: „Mich macht Momo stolz. Mache gerne Lesungen. Momo ist was unglaublich Schönes“, sagte sie 2015 der „Bild“-Zeitung. Und dennoch: Nach ihren großen Erfolgen als Kinderstar in den 80er-Jahren lief ihre Schauspielkarriere lange Zeit schleppend, auch wenn sie jüngst mit einer neuen Filmrolle (unfreiwillig) Schlagzeilen machte.

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Geboren wurde Radost Bokel 1975 im thüringischen Bad Langensalza, mit fünf Jahren siedelte sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach Frankfurt am Main um. Ihren Vater, der aus Bulgarien stammte, lernte sie nie kennen. Auf die Bühne zog es sie schon früh: Sie verbrachte ihre Nachmittage in einem Kinderhort, der regelmäßig kleine Theater-Aufführungen in Altersheimen machte. Von allen „Momo“-Bewerberinnen war Bokel dann ebenfalls die jüngste, der Hauptrolle in der erfolgreichen Michael-Ende-Verfilmung folgten weitere, auch internationale Filmengagements. In der ZDF-Serie „Rivalen der Rennbahn“ (1989) gehörte sie zur Stammbesetzung.

Sie spielt eines der Opfer des rechtsextremen Anschlags vom 19. Februar 2020: Aktuell ist Radost Bokel im umstrittenen Uwe-Boll-Dokumentarfilm "Hanau" zu sehen.

Sie spielt eines der Opfer des rechtsextremen Anschlags vom 19. Februar 2020: Aktuell ist Radost Bokel im umstrittenen Uwe-Boll-Dokumentarfilm "Hanau" zu sehen.

Radost Bokel: Im Supermarkt rassistisch beleidigt

In den 90er-Jahren folgten jedoch weitgehend nur noch kleinere TV-Gastrollen, Schlagzeilen machte Radost Bokel mit erotischen Bilderstrecken in „Max“ (1997), „Maxim“ (2004) und dem „Playboy“ (2013) sowie mit ihrer Teilnahme am RTL-Dschungelcamp 2012. Zwischenzeitlich lebte sie gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann, dem Soul-Sänger Tyler Woods, im US-Bundesstaat North Carolina, wo 2009 auch ihr Sohn Tyler Junior zur Welt kam.

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Nach der Scheidung 2015 kehrte Bokel wieder nach Deutschland zurück, Aufsehen erregte zwei Jahre später dann ein rassistischer Übergriff auf sie und ihren damals siebenjährigen Sohn in einem Supermarkt, den sie in einem Facebook-Posting öffentlich machte: Eine andere Kundin bezeichnete sie als „Kanakenschlampe“ und zeigte Bokel den Hitlergruß. Kein Einzelfall, wie Bokel im Interview mit „Closer“ erklärte: „Das passiert uns hier und da leider immer mal wieder. Mich persönlich trifft man damit gar nicht, aber wenn es gegen meinen lieben und höflichen Sohn geht, dann tut mir das schon weh.“

Neue Rolle in umstrittenem „Hanau“-Dokumentarfilm

Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch die Rolle, die die Schauspielerin jüngst annahm: In ihrer ersten Rolle seit sieben Jahren spielte sie im Dokumentarfilm „Hanau“, in dem Regisseur Uwe Boll den rassistisch motivierten Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 verfilmte, eines der Opfer. Der Film galt von Beginn an als sehr umstritten, die Stadt Hanau und Angehörige der Opfer forderten Boll auf, von seinen Plänen Abstand zu nehmen und „die Persönlichkeitsrechte der Angehörigen, deren Pietätsempfinden und die fortwirkende Menschenwürde der Verstorbenen zu beachten“.

Der Dokumentarfilm mit zahlreichen nachgestellten und fiktionalisierten Szenen ist inzwischen per Video-on-Demand sowie auf DVD und Blu-ray erhältlich, die „Zeit“ urteilte, „Hanau“ sei „schludrig, pietätlos - und für jede ernsthafte Auseinandersetzung ungeeignet.“ Radost Bokel hingegen hält die Auseinandersetzung mit dem Anschlag für wichtig - auch aus persönlichen Gründen: „Was passiert ist, hätte auch mich treffen können. Ich habe Roma-Wurzeln, wie Mercedes“, erklärte die Schauspielerin gegenüber der „Bild“: „Der Film macht, dass das Attentat nie vergessen wird.“

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RND/Teleschau

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